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Es ist schwer einen allumfassenden Photovoltaik-Test zu präsentieren, da eine Solaranlage aus den unterschiedlichsten Komponenten besteht und nur wenige Photovoltaik-Anbieter alles produzieren.

So wird in einem Photovoltaikanlagen-Test meistens nur auf die Solarmodule oder die Wechselrichter gesondert eingegangen.

Und die vorhandenen PV-Test-Ergebnisse bieten auch nur eine bedingte Aussagekraft, denn fast wöchentlich bringen immer neue Hersteller noch effizientere und günstigere Photovoltaik-Komponenten auf den Markt, was besonders im Bereich der Solarmodule auffällig ist.

Derzeit gibt es über 2.500 verschiedene Modultypen am Markt. Daher ist es verständlich, dass hier kein allumfassender Photovoltaik-Testbericht präsentiert werden kann.

Lassen Sie den Wechselrichter nach den technischen Erfordernissen der PV-Anlage und der Nutzung Ihres Solarstroms vom Solarteur auslegen! Dieser hat die nötige Erfahrung auch in Bezug auf Effizent, Garantie und Preis-Leistungs-Verhältnis!

1. So testen Sie Ihre PV-Anlage

Um auf Dauer die Leistung Ihrer Anlage zu garantieren, müssen Sie wissen, welche Test man zu Überwachung durchführen kann. Es gibt verschiedene Möglichkeiten Ihre Anlage zu testen. Dazu gehören:

1.1. Leistungs-Daten vergleichen

Möglichkeit 1: haben eine Solaranlage mit integriertem Datenlogger. Die Technik zeichnet also für Sie die Leistungs- und Ertragsdaten der Anlage auf und macht diese einsehbar. Hiermit können Sie dann auch erkennen, ob die Anlagenleistung sich im Mittel zu sehr reduziert hat. Datenlogger warnen teilweise auch selber vor Fehlfunktionen der Anlage!

Möglichkeit 2: Um Ihre Daten zu testen, führen Sie selber Buch über Ihre Solaranlage. Hier gibt es kostenlose Excel-Tabellen.

1.2. Elektrische Prüfung 

Es ist möglich die Leerlaufspannung und den Kurzschlussstrom der Module zu prüfen. Das folgenden Video zeigt wie dies funktioniert:

Der Kurzschlusstrom ist stark von der Einstrahlung abhängig, und damit schwer zu beurteilen wenn man den augenblicklichen Wert nicht kennt.
Die Spannung hängt auch von der Modul-Temperatur ab. Modulschäden sind glücklicherweise ziemlich selten.

Ungefähr kann man sagen das alles in Ordnung ist wenn:

  1. bei heller Sonne direkt auf das Modul einen Strom von mindesten 0,7 fachen Nennstrom gemessen wird 
  2. man eine Spannung von etwa der angegebenen Leerlaufspannung misst

Unter Umständen hilft auch ein Blick in bekannte Foren, ob die eigenen Module dort als Problemfälle zu finden sind. Am bekanntesten ist wohl das https://www.photovoltaikforum.com/

Ein Problem ist jedoch, dass Module auch trotz voller Leerlaufspannung und vollen Kurzschlusstrom Leistungseinbußen aufweisen können. Die volle Gewissheit hat man erst mit einem Kennlinien-Messgerät. Da diese aber sehr teuer sind (ab 1600,00€ aufwärts) lohnt sich die Anschaffung nicht. Hat man die Befürchtung, dass Module fehlerhaft sind, sollte man den Fachmann fragen, welcher solche Geräte verwendet und die Messdaten auswerten kann.

Die Überprüfung der Elektrik wird bei einer Wartung der Anlage mit durchgeführt.

  • Anlagen bis ca 10kW sollten zumindest alle 4 Jahre vom Fachmann geprüft werden
  • Bei gewerbliche Anlagen ist eine jährliche Überprüfung nötig (BGV A3)

Eine Prüfung vor Ablauf der Produktgarantie ist sinnvoll!

1.3. Hotspots erkennen mit Thermografie

Bei Fotografie erhält man Bilder aus dem sichtbaren Licht - bei Thermografie aus dem Infrarotlicht. Auf diesen Photos oder Videos sieht man dann Temperaturunterschiede.

Zweck dieser Fotos der eigenen Solarmodule ist, dass Module die eine schlechtere Leistung haben erkannt werden.

Verunreinigungen oder auch nicht sichtbarer Zellbruch sorgen in einer Zelle für einen größeren Widerstand, die Zelle wird warm und somit per Thermografie sichtbar.

Die warmen Stellen nennt man auch Hotspots. In diesem Video erkennt man warme Stellen ("Schachbrettmuster") - aber in diesem Fall haben diese Stellen eine andere Ursache und sind kein Defekt! Man benötigt also den Fachmann, um die Bilder auszuwerten! (Sieh auch https://www.photovoltaikbuero.de/pv-know-how-blog/photovoltaik-hotspot/ )

Man sieht also die Module die die Anlage ausbremsen!

Ursachen sind möglicherweise starke Verschmutzungen auf der Zelle oder auch Beschädigungen des Zellkörpers selbst (Trümmerbrüche).

Die Defekte der Zellen müssen sich nicht unmittelbar auf die Gesamtleistung der Anlage auswirken, können aber unter Umständen ein Grund für Reklamation sein.

Je nach Abstand und Winkel ist eine IR-Prüfung vom Boden aus möglich – oder vom Nachbarhaus. Falls dies nicht geht, können bestimmte Fahrzeuge oder Drohnen genutzt werden.

1.3.1. Bei Inbetriebnahme

Wenn man schon bei Inbetriebnahme die Anlage mittels Thermografie prüft und eine Kennlinienanalyse macht gib dies:

1. die Gewissheit, dass die Anlage die spezifizierte Leistung bringt
2. eine Referenz für spätere Prüfungen.

2. Tests der Solarmodule von Prüfinstituten

Es gibt natürlich etliche Prüfinstitute für PV-Module oder Wechselrichter. Wir möchten als Beispiel den TÜV Rheinland aufgreifen. Das folgende Video zeigt, was Module so alles durchmachen, bevor sie ihre Zertifizierung erhalten

So testet der TÜV Rheinland Solarmodule:

  1. Klimasimulation simuliert den Lebenszyklus der Module mit extremen Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit -45 bis +80 C°
  2. Einstrahlung:
    Kammern zur Lichtalterung, in denen mit sehr hellem Licht die Degradation der Module getestet wird.
  3. Mechanisch Belastung durch „Wind“:
    Die Module werden verbogen mit: Norm 240kg / kg was 130km/h Wind entspricht
  4. Mechanisch Belastung Hagelkörner:
    Die Module werden mit Eiskugeln mit über 100 km/h beschossen.
  5. Mechanisch Belastung Falltest von Lasten auf das Modul:
    Es dürfen bei Extremsituationen keine Splitter vom Modul eine Gefahr darstellen.
  6. Nach den Tests werden die Module noch auf Zellenbruch untersucht.

3. Eine kleine Auswahl Photovoltaik-Testberichte im Netz

Wer einen aktuellen PV-Test sucht, wird meist auf den Webseiten von Stiftung Warentest, der Zeitschrift Photon und vergleichbaren Anbietern fündig.

Solarmodule-Test-Ergebnisse:

Entscheidend bei der Auswahl der Module ist in erster Linie der geplante Verwendungszweck.

3.1. Art des Solarmoduls

Handelt es sich um ein Dünnschicht-, mono- oder polykristallines Modul? Monokristalline besitzen den höchsten Wirkungsgrad und sind daher die teuersten. Polykristalline sind ineffizienter, dafür auch kostengünstiger. Dünnschicht-Photovoltaikmodule haben den kleinsten Wirkungsgrad und sind am flexibelsten einsetzbar.

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Nennleistung

Die Nennleistung eines PV-Moduls sollte eigentlich einen wichtigen Vergleichswert liefern. Prinzipiell ist das auch so, aber leider nur mit Toleranzen, denn jeder Hersteller legt den Wert anders aus. Bei einigen Hersteller ist es bspw. die Durchschnittsleistung des Moduls, bei anderen die Maximalleistung. Dennoch sollte dieser Wert auf keinen Fall außer Acht gelassen werden.

Garantie

Eine Garantie ist eine freiwillige Leistung des Herstellers (im Gegensatz zur gesetzlichen Gewährleistung). Je überzeugter der Anbieter von seinem Produkt ist, desto besser und länger ist in der Regel die Garantie. Vergleichen sollte man die Produktgarantie (meist zwischen 10 und 25 Jahren) und die Leistungsgarantie (bspw. 10 Jahre auf 90% und 20 Jahre auf 80% der ursprünglichen Nennleistung).

Zertifizierungs-Kennzeichnung

Qualität erkennt man am Zertifikat: IEC 61215 für kristalline Module und das IEC 61646 für amorphe Module (Dünnschicht).

Erträge

Vergangene Messungen und Testberichte haben gezeigt, dass die Angaben zu Wirkungsgrad und Nennleistung nicht mit der Praxis übereinstimmten. Vergleichen Sie deshalb am besten reale Anlagenerträge verschiedener Anbieter. Solche Angaben erhalten Sie bei Beratungsstellen, Händlern oder Anlagenbetreibern.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Stichwort "Rendite". Lohnt sich der Aufpreis für marginal bessere Module?

Modul-Wirkungsgrad

Je nach Art des Photovoltaikmoduls werden Sie andere Wirkungsgrade vorfinden. Der Wirkungsgrad ist ein gut zu vergleichendes Qualitätsmerkmal typengleicher Solarmodule. Die Wirkungsgrade von Dünnschicht- und poly- und monokristallinen Modulen (also typenungleicher Module) zu vergleichen macht nur unter Berücksichtigung des Preises Sinn. 

Hagelschutz

PV-Module, die nach der IEC-Prüfnorm 506 (530), konstruiert wurden, sollten Hagelkörnern mit einem Durchschnitt von bis zu 2,5 cm standhalten. Installateure bestätigten zugleich, dass viele Module auch weit größeren Hagelkörnern standhalten.

Ursprungsland

Wer am liebsten auf deutsche Module setzt, sollte sich genaustens informieren: viele deutsche Hersteller lassen mittlerweile auch in China oder anderswo produzieren. Egal für welches Land man sich letztlich entscheidet, wichtig wäre, ob es eine deutsche Niederlassung gibt. Die Erfahrung hat gezeigt, dass man im Ausland nur schwer Ansprüche geltend machen kann. Hier mag unsere Hersteller-Liste weiterhelfen.

Sind Solarmodule aus China schlechter?
Modultests von Fachzeitschriften haben gezeigt, dass die chinesischen Anbieter in puncto Leistung und Qualität mit den europäischen und auch japanischen Modulen mithalten können. 2009 stammte der größte Teil der Solarmodule mit rund 60 % aus deutscher Produktion, 35 % aus Fernost und 5% aus anderen Ländern wie z. B. den USA. Mit dem Kauf deutscher Module stärken Sie aber die Solarindustrie im eigenen Land.

Zubehör

Was ist bei dem jeweiligen PV-Modul-Herstellern im Preis inbegriffen (Rahmen, Montagesysteme, etc)?

Referenz

Nicht zuletzt kommt es manchmal auch einfach nur auf das eigene Bauchgefühl und die Meinung Dritter an. Kennen Sie bereits jemanden, der Erfahrungen mit dem Produkt gemacht hat? Was sagen die Benutzer in Internet-Foren?

Auch Wechselrichter können nach bestimmten Kriterien verglichen werden. Beachten Sie einfach folgende Punkte:

3.2. Wirkungsgrad

Der Wirkungsgrad sollte mindestens 96% betragen, empfohlen werden über 98%. Hier hilft aber nur der Europäische Wirkungsgrad, nicht der Spitzenwirkungsgrad. Warum ein so hoher Wechselrichter-Wirkungsgrad? Würde der Wirkungsgrad bspw. bei 90% liegen, gehen Ihnen 10% des erstellten Solarstroms verloren. Wenn man diese Menge mit der entgangenen Photovoltaik Einspeisevergütung" >Einspeisevergütung pro kW multipliziert ... der Wert spricht für sich.

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Geräuschpegel

Gerade wenn der Wechselrichter in einem Wohnraum installiert wird, sollte die Arbeitslautstärke möglichst gering sein. 

Abhängigkeit von Anlagen-Leistung und -art

Die Wechselrichter-Leistung darf nicht unter der Gesamtleistung der Photovoltaikmodule liegen. Auch ist nicht jeder Wechselrichter mit jedem Solarmodul kompatibel, genausowenig wie jeder Wechselrichter für eine Inselanlage geeignet ist.

Phasen

Für kleinere Photovoltaikanlagen werden einphasige transformatorlose Wechselrichter mit Stromschutzschalter empfohlen. Für größere PV-Anlagen stehen dreiphasige zur Verfügung.

Reaktionszeit des Herstellers bei Ausfall

Der Wechselrichter ist eine zentrale und wichtige Komponente Ihrer Anlage. Fragen Sie den Installateur, was geschieht, wenn das Gerät ausfällt. Wie schnell kann der Hersteller reagieren?

Ausstattung

Verfügt das Gerät über einen Internet-Anschluss oder sogar über W-Lan? Bietet der Hersteller Auswertungssoftware an und was kostet diese? Ist der Wechselrichter kompatibel mit Datenloggern oder ist sogar ein Datenlogger integriert? 

Garantie

Wie bei den Modulen gilt auch hier: Je überzeugter der Anbieter von seinem Produkt ist, desto besser und länger ist in der Regel die Garantie.

Contact Person Autor des Artikels: Jascha Schmitz - Redakteur der Umweltportale: Solaranlagen-portal.de | Ihr-BHKW.de | Ihre-Waermepumpe.de | klaeranlagen-vergleich.de

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