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Auf dieser Seite erfahren Sie die Antworten auf 12 grundlegende Fragen zur Solarthermie. Zum Beispiel: Was ist Solarthermie und was kosten die Anlagen? Ist mein Haus geeignet und benötigt man ein weiteres Heizsystem? Die Antworten geben Ihnen einen guten Einblick in die Welt der Solarthermie.

1. Was ist „Solarthermie“?

Das Wort „Solarthermie“ kann man mit „Sonnenwärme“ übersetzen. Diese Sonnenwärme oder Solarenergie wird durch Thermische Solaranlagen nutzbar gemacht. Im Haushalt verwendet man die gewonnene Wärme dann zum Beispiel zum Baden, Duschen, Putzen oder zur Heizungsunterstützung.

Anwendungsbeispiele sind die Sonnenkollektoren für die Gebäudeheizung, die Sonnenwärme-Kraftwerke (zum Beispiel beim Zukunftsprojekt Desertec in der Sahara), solare Kühlung (Sonnenwärme wird in Kälte umgewandelt) oder Solarkocher (Anwendung in armen Gebieten, um Holzbrennstoff einzusparen).

1.1. Wie unterscheiden sich die Solarthermie und die Photovoltaik?

Sowohl bei der Solarthermie als auch der Photovoltaik wird die Sonnenenergie aktiv unter Verwendung von moderner Technik genutzt. Deshalb bezeichnet man auch beide Systeme umgangssprachlich als Solaranlage. Der Unterschied besteht aber darin, dass die Solarthermie zur Wärmeerzeugung und die Photovoltaik zur Stromerzeugung genutzt wird. Die Solarthermie erwärmt also das Trinkwasser oder hilft Heizkosten zu sparen. Die Photovoltaik entlastet die Stromrechnung.

Das Bild zeigt den Unterschied zwischen Photovoltaik-Modulen und Solar-Kollektoren

Das geschulte Auge kann dennoch einen Unterschied erkennen. In den Photovoltaik-Solarmodulen kann man nämlich die einzelnen Solarzellen erkennen, die zu einem Solarmodul zusammengefasst werden. Diese Solarzellen sehen aus wie kleine weiße Quadrate. Zusätzlich sind diese oft blau, die Solarthermiekollektoren sind eher schwarz oder bestehen aus Röhren.

Manchmal sieht man, dass das ganze Dach eines Haus mit einer Solaranlage bedeckt ist. Oftmals sind dabei eine Solarthermie- UND eine Photovoltaikanlage installiert. Dabei nehmen die Solarmodule zur Stromerzeugung die weitaus größere Fläche ein. Denn überschüssiger Solarstrom wird einfach in das öffentliche Stromnetz eingespeist und man erhält eine Einspeisevergütung.

Solarthermiekollektoren werden möglichst exakt auf den Warmwasser- und Heizverbrauch der Bewohner abgestimmt.

1.2. Wie funktioniert eine thermische Solaranlage?

Auf dem Hausdach installierte schwarze Platten (Flachkollektoren) oder Rohre (Vakuumröhrenkollektoren), die sogenannten Solarkollektoren, fangen die Sonnenwärme ein. Innerhalb der Solarkollektoren befindet sich ein Wärmeträger (ein flüssiges Frostschutzmittel), welches die Wärme aufnimmt und dann zum Solarspeicher trägt.

Hier erfolgt der Übertrag auf das Brauchwasser oder das Heizungssytem. Stellen Sie sich einfach vor, an einem prallen Sommertag das schwarze Lenkrad Ihres Autos anzufassen – da verbrennt man sich hier und da fast die Finger. Wenn das Lenkrad nun mit einer Flüssigkeit gefüllt wäre – logisch, die wäre auch sehr warm oder heiß!

2. Was kosten Solarthermieanlagen?

Genauere Informationen Sie auf der Seite: Kosten und Förderung der Solarthermie! Hier gibt es erst einmal eeine Zusammenfassung vorab.

Natürlich hängen die Kosten für die Solarthermieanlage wie bei so vielem im Leben von mehreren Faktoren ab: In diesem Fall von dem Einsatzbereich, der Größe und der Qualität. Gehen wir beispielhaft von einem 4-Personen-Haushalt aus. Wenn die Solarthermieanlage für die Wassererwärmung eingesetzt werden soll, muss man mit Gesamtkosten von rund 5.000 Euro rechnen. Diese beinhalten die Kosten für 4 bis 6 Quadratmeter Kollektorfläche (ca. 1.500 Euro), die Installationsarbeiten (1.500 Euro) und einen Solarspeicher (ca. 1.000 bis 2.000 Euro).

Für eine Solarthermieanlage mit Anschluss an die Heizung enstehen:

  • Gesamtkosten von rund 10.000 Euro
  • Diese beinhalten 16 Quadratmeter Kollektorfläche (knapp 5.000 Euro)
  • die Installationsarbeiten (ca. 3.000 Euro)
  • und den Solarspeicher (ca. 2.000 bis 3.000 Euro).

Wenn man jetzt noch den Faktor Qualität der jeweiligen Komponenten berücksichtigt, weichen die Preise für Ihre Solarthermieanlage nach oben oder unten ab.

2.1. Wie sieht es mit der Solarthermie-Förderung aus?

Es gibt eine Menge Förderungen für Solarthermie-Anlagen. Sie können zum Beispiel eine Förderung für die Installation selbst, aber auch teilweise für einige Komponenten erhalten, so zum Beispiel den Solarspeicher. Des Weiteren bieten einzelne Bundesländer Fördermaßnahmen für Ihre Solaranlage an.

3. Lohnen sich Solarthermieanlagen?

Die Sonnenenergie ist der kostenlos zur Verfügung stehende Heiz-Rohstoff für thermische Solaranlagen. Insofern spart man im Laufe der Betriebsdauer eine Menge Geld – die Brennstoffkosten für Gas und Öl sinken. Die Kehrseite ist, dass man natürlich für die Solarthermie erst einmal investieren muss.

Doch die Anschaffung von rund 10.000 für eine durchschnittlich große Komplettanlage armotisiert sich nach einigen Jahren. In vielen Fällen lohnt sich die Solarthermie.

3.1. Passive Solarwärme nutzt jeder!

Eine Frau macht das Fenster auf und lässt die Sonne hereinDie Sonne heizt natürlich bei jeder Gebäudeheizung mit. Solare Gewinne werden bei der Auslegung von Heizungsanlagen in die Berechnung einbezogen. Je mehr Sonnenlicht durch Glasflächen ins Gebäude strahlt, um so kleiner fällt der Heizkessel aus und wertvolle Brennstoffe werden eingespart.

Passivhäuser sind sogar so gebaut, dass große Fensterflächen nach Süden ausgerichtet sind, um möglichst viel Sonnenwärme ins Haus zu holen. Hier vermindert die Sonnenenergie den Bedarf an zusätzlicher Heizenergie so stark, dass nur noch eine kleine Zusatzheizung wie zum Beispiel über einen Holzofen oder eine Luftheizung mit Wärmerückgewinnung aus der Luft nötig ist.

Weitere typische Beispiele für eine passive Sonnenheizung sind Gewächshäuser oder Wintergärten. Die Sonnenstrahlung nutzt auch die transparente Wärmedämmung (TWD) als passives System. TWD-Materialien besitzen eine sehr gute Wärmedämmwirkung und sind gleichzeitig sonnenlichtdurchlässig.

Zum Einsatz kommt die transparente Wärmedämmung an den von der Sonne bestrahlten Außenwände. Hinter der TWD befindet sich eine dunkle Schicht, die die Wärme der Sonnenstrahlung aufnimmt und ins Gebäudeinnere abgibt.

Alle diese Maßnahmen zur passiven Nutzung der Solarenergie sind in Deutschland bereits etabliert.

3.2. Aktive Nutzung der Solarwärme in Deutschland

Bei der aktiven Nutzung wandelt komplexe Technik die Sonnenenergie entweder in Wärme oder in Strom um. Die Wärmesysteme werden als Solarthermie bezeichnet.

Anwendungsbeispiele sind:

  • die Sonnenkollektoren für die Gebäudeheizung
  • die Sonnenwärme-Kraftwerke (z. B. beim Zukunftsprojekt Desertec in der Sahara)
  • solare Kühlung (Sonnenwärme wird in Kälte umgewandelt)
  • oder Solarkocher (Anwendung in armen Gebieten, um Holzbrennstoff einzusparen).

Unsere Sonne ist ein gewaltiges Kraftwerk. Sie liefert Unmengen an Strahlungsenergie, welche in der Sonne durch Kernfusion hergestellt wird. Die Kraft der Sonne merken Sie bereits an Alltäglichem, wie zum Beispiel einem Sonnenbrand.

Pro Tag liefert die Sonne ca. 1.370 Watt pro m². Dies entspricht der Energie von ca. einem Kohle-Brikett pro Quadratmeter pro Tag. Durch Streuung (das Licht geht zum Beispiel durch eine Wolkendecke), die Neigung der Erde und Reflektion (jede Oberfläche reflektiert / spiegelt eine bestimmte Menge Licht) sinkt jedoch die tatsächliche Energie, welche auf der Erdoberfläche ankommt. In Deutschland strahlt die Sonne pro Jahr ca. 950 bis 1.200 kWh (Kilowattstunden) Solarwärme auf jeden Quadratmeter.

Wie viel ist das? Diese Energiemenge entspricht - man soll es kaum glauben - pro Jahr 100 Litern Heizöl.

3.3. Solarwärme nutzen – Einschränkungen

Wir wollen fair sein und auch sagen, dass es natürlich auch Einschränkungen gibt: 3/4 (Drei Viertel) der Solarwärme im Sommerhalbjahr zur Verfügung stehen. Im Sommer herrscht also das größere Angebot an Sonnenwärme, was wohl logisch ist.

Darüber hinaus geht durch die technischen Prozesse zur Gewinnung der Solarwärme Energie verloren. Es können also nicht 100% der Sonnenwärme genutzt werden. Mehr dazu später finden Sie im Abschnitt über die Planung der Solarthermieanlage.

3.4. Reicht die Sonne also in Deutschland für die Solarthermie?

Obwohl es viele in Ihrem Urlaub in wärmere und sonnigere Gegenden der Erde verschlägt, kann doch gesagt werden, dass die Sonneneinstrahlung in Deutschland für die Gewinnung von Sonnenwärme ausreichend ist.

In Deutschland rechnet man im Jahr durchschnittlich mit ca. 1.000 Watt Solarenergie pro Quadratmeter - trotz unseres manchmal grau-verhangenen Wetters. Ca. 50% des Jahres wird nur diffuse Strahlung durch die Wolkendecke auf Ihre Solaranlage fallen.

Aber selbst an einem bewölktem Sommertag mit einem diffusen Strahlungsanteil von über 80% kann der Wert der Globalstrahlung noch gut 300 Watt pro Quadratmeter betragen.

Wie die nebenstehenden Globalstrahlungskarte zeigt, ist der Süden Deutschlands sonniger als der Norden. Aber für moderne Solaranlagen ist auch die Norddeutsche Sonne ausreichend.

Bild rechts Quelle: SolarGIS © 2015 GeoModel Solar

Globalstrahlung setzt sich aus der direkten und diffusen Strahlung zusammen

Fazit: Die solare Wärme in Deutschland reicht absolut aus um eine Solarthermie-Anlage wirtschaftlich zu betreiben!

3.5. Solarthermie-Anlagen in Deutschland: Statistik und Zahlen

Solarthermie ist in Deutschland weit verbreitet. Tatsächlich werden Jahr für Jahr bei immer mehr Häusern die Vorteile der Solarwärmeanlagen genutzt. Hier einige Fakten aus dem Jahr 2016, die das belegen:

Neu installierte Solarthermie-Anlagen 2016 93.000
CO2 Vermeidung 2016 rund 2 Millionen Tonnen
Neu installierte Solarwärme-Leistung 2016 521 MW
Bis Ende 2016 insgesamt installierte Solarthermieanlagen 2,24 Millionen

Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft

Laut Berechnungen von Experten eigen sich noch weitere 6 bis 8 Millionen Dachflächen von Wohngebäuden in Deutschland zur Installation einer Solarthermieanlage. Darüber hinaus sollte man auch an Industriegebäude denken, die bisher eher mit Photovoltaikanlagen ausgestattet wurden.

3.6. So rentabel ist die Solarheizung

Ist heizen mit Solarthermie rentabel? Dies lässt sich mit einem klaren Ja beantworten. Doch letztlich zählt noch mehr als nur der rein finanzielle Aspekt einer Investition. Darum hier eine kleine Auflistung der Vorteile einer Solarthermieanlage. 

3.6.1. Steigende Rohstoffpreise - zukünftige Abgaben

Die Hauptkosten bei der Erstellung einer Solarheizung entstehen durch die genau zu kalkulierenden Anschaffungskosten. Dem gegenüber zu stellen sind die eingesparten Kosten an Brennstoff (Öl, Gas, Strom). Wie man an den enorm gestiegenen Spritpreisen deutlich erkennen kann, sind diese Rohstoffpreise jedoch definitiv nicht stabil - und scheinen sich noch deutlich zu verteuern.

Zusätzlich werden Sie als Besitzer einer Solarheizung davon profitieren, wenn zusätzliche CO2-Energieabgaben erhoben werden, oder die (Öko)Steuern steigen.

3.6.2. Speichergutschrift - Förderungen

Selbst wenn Sie nicht solar heizen, benötigen Sie für Ihre Heizungsanlage zur Versorgungssicherheit des Trinkwarmwasserbedarfs einen kleinen Speicher. Die Kosten dieses Speichers (ca. 600-800 EUR bei Neubauten oder Komplettsanierungen) können als sogenannte Speichergutschrift von den Kosten der Solaranlage abgezogen werden.

Außerdem bieten Bund und Länder unter Umständen Fördermaßnahmen für Ihre Solaranlage an - dazu später mehr.

3.6.3. Solarheizung & Unabhängigkeit

Des weiteren kann man sagen, dass Benutzer einer Solarheizung schon heute unabhängiger sind als alle, die voll und ganz auf gelieferte Rohstoffe (Gas, Öl, Strom) angewiesen sind.

3.6.4. Die Solar-Heizung ist umweltbewusst

Uns allen ist der Treibhauseffekt ein sehr bekannter Begriff - die Wissenschaft warnt vor gravierenden Klimaveränderung in den nächsten Jahrzehnten. 

Das Abschmelzen der Pole, steigender Meeresspiegel, Schlammlawinen und zunehmend starke Stürme sind nur einige der wahrscheinlich zu erwartenden Probleme.

Hauptursache für diese Klimaveränderung ist die Anreicherung der Atmosphäre mit Gasen, die den Treibhauseffekt verursachen. Hierzu gehören hauptsächlich CH4 (Methan) und CO2 (Kohlendioxid). Der Gehalt von CO2 in der Atmosphäre ist seit Beginn der Industrialisierung stark gestiegen (um ca. 27%).

Die Solarthermie schont unsere wunderschöne Umwelt

Eine Standard Solaranlage zur Wärmegewinnung mit ca. 6 Quadratmetern (m2) Fläche (4-Köpfige Familie), welche eine vollständige Beheizung mit Öl als Rohstoff zum Großteil ersetzt, spart pro Jahr zum Beispiel ca 250 Liter Öl und damit ca. 650 kg CO2. Bei Gas würden pro Jahr etwa 190 Kubikmeter (m3) Erdgas eingespart und damit gut 360 kg CO2.

1 Kilogramm CO2 verdoppelt den CO2-Gehalt von ca. 1700 Kubikmetern (m³) oder 30 normalen Wohnzimmern. Ohne Solaranlage würde eine Ölheizung also pro Jahr bei ca. 1 Millionen Kubikmetern (m³) Luft den CO2-Gehalt verdoppeln!

3.7. Braucht die Herstellung einer Solar-Heizung nicht mehr Energie, als sie nachher im Betrieb erzeugen kann?

Nein, das ist längst vorbei! Die zur Herstellung von Solarthermie-Anlagen verbrauchte Energie ist bereits nach 1,5 bis 2,5 Jahren durch die gewonnene Solarenergie wieder ausgeglichen!

Dagegen haben konventionelle Energien mit fossilen Brennträgern (Öl, Gas, Kohle) immer eine negative Energiebilanz! Wenn Sie eine Solar-Heizung verwenden, schonen Sie somit die Umwelt!

4. Ist mein Haus für einen Solarthermieanlage geeignet?

Es müssen einige Randbedinungen für eine Solarthermieanlage erfüllt sein – ansonsten sollte man sich lieber nach anderen Heizsystemen erkundigen. Die wichtigsten Punkte sind:

  1. Eine Dachfläche, die nach Süden oder Südwesten ausgerichtet ist und möglichst wenig – am besten gar nicht – durch Bäume oder umliegende Gebäude verschattet wird.
  2. Ausreichend Dachfläche, die nicht durch Fenster oder Schornsteine unterbrochen wird. Wenn es nur um die Warmwasserbereitung geht, rechnet man mit 1 bis 1,5 Quadratmetern Dachfläche pro Bewohner; für eine Heizungsunterstützung sollten es 3 bis 4 Quadratmeter sein.
  3. Platz für einen Warmwasserspeicher (meist im Keller).

4.1. Was ist bei Standort und Ausrichtung der Solarthermieanlage wichtig?

Je nach Lage in der Bundesrepublik schwankt die mittlere Einstrahlung der Sonne um bis zu 300 kWh/m² (Kilowattstunde pro Quadratmeter). So erreichen Sie in einigen Bereichen Süddeutschlands bis zu 1200 kWh/m², in den sonnenärmsten Regionen ca. 900 bis 950 kWh/m².

Bei Süd oder Süd-West-Ausrichtung Ihres Daches und 35 bis 50 Grad Neigung der Kollektorfläche werden die größten Erträge erzielt. Weichen diese Werte geringfügig ab – zum Beispiel wenn Ihre Dachfläche leicht nach Südost zeigt, dann ergeben sich nur geringe Einbußen von 5 bis 10%. Der Minderertrag kann durch etwas größere Kollektorfläche leicht kompensiert werden. Bei einer kompletten Ost-West-Ausrichtung eines Daches ist die Solarthermie meist nicht zu empfehlen.

Sonne über Tau-Wiese

4.2. Welchen Flächenbedarf haben Sonnenkollektoren?

Wie viele Solarkollektoren installiert werden, hängt zunächst davon ab, ob die Solarthermieanlage nur zur Warmwassererzeugung oder auch zur Heizungsunterstützung gebraucht werden soll. Bei der ausschließlichen Warmwasserbereitung rechnet man grob mit 1 bis 1,5 Quadratmeter Solarkollektor-Fläche pro Bewohner. Wenn die Solaranlage auch Heizwärme hervorbringen soll, wären 4 bis 6 Quadratmeter Kollektorfläche pro Person ein guter Richtwert.

Die meisten Häuser in Deutschland dürften eine nutzbare Dachfläche von mindestens 30 Quadratmetern besitzen – nutzbar bedeutet in diesem Zusammenhang, dass man Fenster und Schornsteine von der gesamten Dachfläche abziehen muss. Soll also eine beispielhafte Solarthermie-Anlage ein 4-Personen-Haus mit Warmwasser und Heizungswärme versorgen, würden maximal 24 Quadratmeter Dachfläche benötigt.

4.3. Wie erfolgt die Einbindung in Ihr Gebäude?

Die Sonnenkollektoren werden selbstverständlich auf dem Dach montiert. Von hier aus muss es die Möglichkeit geben Leitungen zum Speicher zu verlegen. Ist vielleicht ein nicht mehr genutzter Schornstein vorhanden? Der Warmwasserspeicher selbst wird dann in vielen Fällen im Keller aufgestellt, allerdings ist dies kein Muss. Wenn die Solaranlage auch zur Heizungsunterstützung gebraucht werden soll, sind natürlich noch mehr Arbeiten zu erledigen.

Bei Neubau eines Hauses können direkt die genannten Faktoren wie Ausrichtung, Neigung des Daches, Dachfläche, Rohrleitungen und Isolierung des Hauses berücksichtigt werden. Des Weiteren sollte darauf geachtet werden, dass Ihr Dach nicht von Bäumen oder Ähnlichem verschattet wird.

Solarthermieanlage auf Mehrfamilienhaus

5. Reicht Solarthermie als alleiniges Heizsystem?

Bei einem dauerhaft bewohnten Haus ist die Solarthermieanlage alleine nicht ausreichend. Aber Sie kann einen wesentlichen Anteil zur Trinkwassererwärmung und Heizwärme im Haushalt leisten. Typisch ist ein Anteil der Solarthermie am Gesamtenergieaufwand von:

  • ca. 60% für die Trinkwassererwärmung
  • und 25% für die Heizung.

6. Wie hoch ist die Lebensdauer?

Die Frage nach der Lebensdauer ist sehr wichtig für zukünftige Betreiber. Die Solarthermieanlage soll schließlich möglichst lange halten. Viele Hersteller geben an, dass Ihre Solarkollektoren mindestens 20 bis 30 Jahre halten. In dieser Zeit hat sich die Anlage längst wirtschaftlich armotisiert.

7. Wo kann man eine Solarthermie-Anlage kaufen?

Natürlich kann man die einzelnen Komponenten kaufen und dann selbst Hand anlegen. Eine Solarthermieanlage besteht allerdings aus komplexer Technik. Zudem ist die Installation auf einem Hausdach nicht ganz ungefährlich. Daher empfehlen wir die notwendigen Arbeiten unbedingt fachgerecht erledigen zu lassen. Um hier die richtigen Fachleute an die Hand zu bekommen, haben wir einen kostenlosen Service für Sie eingerichtet: den gratis Preisvergleich für Solarthermie.

8. Muss man eine Solarthermieanlage genehmigen lassen?

Nein, normalerweise nicht. Eine Ausnahme von der Regel sind aber denkmalgeschützte Gebäude. Hier sollten Sie sich genau informieren.

Solarkollektoren nehmen wenig Platz auf dem Dach ein

9. Wie kann ich den Warmwasser-Verbrauch feststellen?

Die Menge an verbrauchtem Warmwasser ist der wichtigste Punkt für die Auslegung der Solarthermieanlage. Logischerweise sollte der Berechnung des Warmwasserverbrauches daher besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, um diesen möglichst genau zu ermitteln.

Wenn die Möglichkeit besteht, sollte der Verbrauch direkt an einer Wasseruhr gemessen werden. Besonders im Gewerbe empfiehlt sich zur Not der Einbau einer solchen Wasseruhr am Zulauf des Warmwasserbereiters, um den Verbrauch pro Woche oder pro Tag zu ermitteln. Unterschiede im Verbrauch zwischen Wochentagen und Wochenende können hier sehr wichtig sein. Auch die Schwankungen im Kalenderjahr. Für die Auslegung empfiehlt sich der Mittelwert in Sommerhalbjahr.

Soll bei privaten Haushalten der Verbrauch geschätzt werden, so sind die wichtigsten Angaben:

  1. Anzahl der Einwohner: Die Werte hier schwanken von niedrigem Bedarf (20 bis 30 Liter pro Person und Tag) über mittlerem Bedarf (30 bis 50 Liter pro Person und Tag) bis zu hohem Bedarf (50 bis 60 Liter pro Person und Tag); Kinder verbrauchen meist das gleiche oder sogar mehr Warmwasser als ein Erwachsener.
  2. Lebensgewohnheiten spielen eine wichtige Rolle: Wird jeden Tag zuhause gekocht? Werden Berufe ausgeübt, die mehr Warmwasser erfordern - zum Beispiel Automechaniker?
  3. Sind Möglichkeiten zum Wassersparen vorhanden – zum Beispiel wassersparende Armaturen?
  4. Waschmaschinen oder Geschirrspüler mit Warmwasser-Anschluss sind einzurechnen (können als 1/4 bis 1/2 Person gerechnet werden). Hier gilt es aber zu beachten, dass den meisten modernen Wasch- und Spülmaschinen kein warmes Wasser zugeführt wird, sondern kaltes; dieses wird dann elektrisch erhitzt - insofern wäre das eher ein Punkt für eine Photovoltaikanlage.

10 Wie kann ich den Heizwärmebedarf feststellen?

Den Heizbedarf feststellenSofern die solare Wärmegewinnung auch zur Heizungsunterstützung genutzt wird, ist dieser Wert wichtig zur Auslegung der Anlage. Der Wert beschreibt wie viel Energie sie benötigen um den Temperaturunterschied zwischen Innen und Außen aufrecht zu erhalten – also zu heizen.

Je nach Wärmeschutz und Isolierung werden sehr unterschiedliche Werte erreicht. Das macht der nachfolgende Wert deutlich:

Der Heizwärmebedarf für ein Einfamilienhaus kann zwischen 20 und 220 kWh / m²a (Kilowattstunde pro Quadratmeter und Jahr) liegen – also von super gut bis grottenschlecht. Zwischen diesen beiden Werten liegen wirklich Welten!

11 Der Deckungsgrad: Wie viel wollen Sie erreichen?

Der Deckungsgrad ist der Zielwert, der von der Solaranlage erreicht werden soll. Er beschreibt wie viel Prozent der Warmwasserbereitung im Haus von der Solaranlage übernommen wird.

Normalerweise wird ein Deckungsgrad angestrebt, der es möglich macht beispielsweise den Ölheizkessel im Sommer gar nicht einschalten zu müssen. Hierbei kann viel gespart werden, da ein zeitweises Einschalten des Heizkessels im Sommer sehr verlustreich und ineffizient ist!

Ein Deckungsgrad des Warmwasserbedarfs durch die Solaranlage von rund 50% oder leicht darüber sind schon ziemlich ideal und in vielen Fällen auch erreichbar.

Natürlich ist ein Deckungsgrad von 100% der Wunsch jedes Solarthermie-Betreibers und Sie überlegen jetzt vielleicht: „Je mehr Kollektoren, desto größer der Deckungsgrad.“ Das stimmt zwar, aber genau diese Herangehensweise würde wiederum den Systemnutzungsgrad verringen. Was das bedeutet, erfahren Sie im nächsten Punkt.

12 Der Systemnutzungsgrad: Ist die Solaranlage richtig ausgelegt?

Dieser Wert gibt an, wieviel von der Sonneneinstrahlung vom Solar-Kollektor umgewandelt und als Warmwasser in den Speicher geliefert wird.

Der Nutzungsgrad der Solarthermie-Anlage gibt Aufschluss darüber wie präzise die Größe der Anlage gewählt wurde.

So kann man sein gesamtes Dach mit Solarkollektoren belegen und viel Warmwasser erzeugen. Allerdings macht dies das gesamte System nur unnötig teuer und man kann gar nicht genug Wärme sinnvoll verbrauchen. Der Systemnutzungsgrad würde also sinken, so dass man vielleicht nur noch 25% der Solaranlage wirklich sinnvoll nutzt.

Der Nutzungsgrad ist ein Wert, der sich immer auf einen bestimmten Zeitraum zum Beispiel einen Monat oder ein halbes Jahr bezieht. Typischerweise liegt der Wert zwischen 30 und 50%. Also werden 30 und 50% der Sonneneinstrahlung von Ihnen als Warmwasser verbraucht.

Der Wert ist abhängig von:

  • Qualität des Kollektors
  • Wärmedämmung und Leitungen
  • dem Speicher selbst
  • vom Verbrauch
  • vom Deckungsgrad
Contact Person Autor des Artikels: Jascha Schmitz - Redakteur der Umweltportale: Solaranlagen-portal.de | Ihr-BHKW.de | Ihre-Waermepumpe.de | klaeranlagen-vergleich.de