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Eine Pelletsheizung für Ein- und Mehrfamilienhäuser ist eine günstige Alternative zu den immer kostenintensiveren Varianten wie Öl oder Gas. Wenn sie mit Pellets heizen ist zwischen halb- und vollautomatischen Zentralheizungen zu unterscheiden.

1. Pelletheizung als halbautomatische Zentralheizung nutzen

Einziger Unterschied zwischen einer halb- und einer vollautomatischen Pellets-Heizung ist der Arbeitsaufwand beim Füllen des Vorratsbehälters für die Holzpellets.

Wenn sie halbautomatisch mit Pellets heizen möchten, also eine halbautomatische Zentralheizung einbauen, muss der Vorratsbehälter für die Pellets per Hand befüllt werden. Empfohlenes Volumen sind mindestens 400l.

1.1. Vollautomatische Pelletheizung / Zentralheizung

Hier entfällt das Befüllen von Hand. Es ist ein Vorratsraum vorhanden, der im besten Fall einmal im Jahr gefüllt wird. Von diesem Lagerraum aus gibt es eine automatische Beförderung zur Pellets-Heizung. Dies geschieht entweder durch eine Art Staubsauger, oder durch eine Förderschnecke. Ohne Probleme lassen sich mit der Saug-Variante Entfernungen von über 20m überbrücken, so dass Lagertanks im Garten unterirdisch gesetzt werden können.

Die Menge der Pellets, die so zum Heizen transportiert werden wird elektronisch gesteuert, je nachdem, welche Heizleistung gerade erforderlich ist.

Im Grunde genommen funktioniert dieses System also ähnlich einer Ölheizung, bei der auch das Öl aus einem Tank zur Heizung geleitet wird.

Um die Brennerstarts zu reduzieren, wenn sie so mit Pellets heizen, kann ein Warmwassertank als Puffer eingebaut werden, dessen Wasser immer auf einer bestimmten Tempratur gehalten wird. Hierdurch wird der Nutzungsgrad der Zentralheizung erhöht und Emissionen reduziert. Bei Gebäuden mit niedrigem Wärmebedarf ist ein solcher Speicher besonders zu empfehlen, auch in Bezug auf die Möglichkeit das Heizen mit Pellets und einer Solaranlage zu kombinieren.

2. Kaminöfen - die "kleinen Pelletsheizungen"

Pellets-Kaminöfen sind für die Aufstellung im Wohnraum ausgelegt und schaffen in jedem Wohnzimmer eine romantische Atmosphäre und wohlige Wärme. Kaminöfen bewegen sich meist im Leistungsbereich von 5-15kW.

Diese Pellets-Öfen sind mit einem Vorratsbehälter für Pellets ausgestattet, die für 24 bis 100 Stunden Brenndauer ausreichen. Das Nachfüllen in den Pellet Kaminofen geschieht per Hand - auch gefahrlos während des Betriebs.

Ein Pellet-Kaminofen bzw. Kamin kann durch den Einbau einer sogenannten Wassertasche und den Anschluß an das Heizsystem zur Zentralheizung erweitert werden. Hierbei wird in der Wassertasche des Pelletofens Wasser erwärmt und zum Heizen anderer Räume oder des Brauchwassers weitergeleitet.pelletsheizungen-kaminofen

Da der Vorratsbehälter eines Pellet-Kaminofens / Einzelofens wie bereits erwähnt jedoch nur recht klein ist und somit ständig neu befüllt werden muss, eignet sich ein solches Heizsystem nur für kleine Wohnungen z. B. Etagenwohnungen oder aber Passivhäuser. Alternativ kann der Pelletofen jedoch an einen Pelletsvorratsraum angeschlossen werden um die Befüllung zu automatisieren.

Da jedoch 20% der Wärme in jedem Fall zum Beheizen des Zimmers abgegeben werden und dies im Sommer natürlich nicht gewünscht ist, ist für die Brauchwassererwärmung im Sommer ein anderes Heizsystem erforderlich. Zum Beispiel:

2.1. Kombination Pellets Öfen mit Solaranlagen

Bei dieser Kompination wird der Wärmebedarf Ihres Hauses von ca. März bis Oktober durch die Solaranlage gedeckt. Sofern die Sonneneinstrahlung einmal nicht ausreichend ist schaltet sich automatisch der Pellets Ofen ein. Ein Wasserspeicher hält ständig Warmwasser für Heizung & Nutzwasser bereit. Eine elektronische Regelung überwacht die Warmwassertempratur im Speicher und prüft ob die Sonnenwärme zum Aufheizen ausreicht, oder ob der automatische Pellets Kaminofen dazu geschaltet werden muss.

So lassen sich pro Jahr ca. 1/3 der Brennstoffkosten sparen. Eine solche Kombination mit einer Solaranlage ist auch für Pelletzentralheizungen möglich.

Ob Neubau oder nur eine neue Heizungsanlage - da eine Heizung eine größere Investition darstellt, will gut überlegt sein, was Sie benötigen. Folgende Punkte sollten bei der Planung beachtet werden:

3. Was ist die korrekte Heizleistung vom Pelletkessel

Hierzu ist eine Wärmebedarfsrechnung erforderlich! Diese wird vom Energieberater oder Heizungsinstallateur durchgeführt und ist zwingend nötig um den Wärmebedarf / die Kesselnennleistung Ihres Hauses zu ermitteln. Falsch wäre es definitiv den Pelletkessel "sicherheitshalber" größer auszulegen!

3.1. Komfort der Anlage

Die Frage ob vollautomatische oder halbautomatische Pellets Heizungen verwendet werden, sollten Sie sich vorab stellen. Vollautomatische Pelletkessel bzw. Pelletsheizungen haben logischerweise den größeren Komfort in der Bedienung. Dazu gehört eine automatische Zuführung der Holzpellets in den Brennraum und eine Reinigung der Wärmetauscherflächen. Was ist hiermit gemeint?

Bei dem Verbrennungsvorgang der Holzpellets entsteht logischerweise etwas Asche. Diese setzt sich an dem Wärmetauscher ab. Damit weiterhin eine gute Wäremübertragung garantiert ist, müssen die Wärmetauscher von Zeit zu Zeit gereinigt werden - und dies kann manuell oder automatisch erfolgen! Die eingebaute automatische Reinigung erhöht natürlich den Preis der Pellets Heizungen, garantiert dafür aber auch einen ständig optimalen Wirkungsgrad.

Pro Tonne verbrannter Pellets fallen ca. 40 Liter Asche an, die in einem Aschebehälter aufgefangen wird. Wer selten Entleeren möchte, sollte also auch darauf achten, dass dieser Behälter ein relativ großes Volumen aufweist.

3.2. Wirkungsgrad

Der Nutzungsgrad wird in erster Linie durch die Einstellung von Pellet-Kessel zu Brennstoff, so wie durch optimale Einbindung in das Heizungssystem beeinflusst. Der Kesselwirkungsgrad (vom Hersteller angegeben) sollte über 90% liegen - Unterschiede in den Wirkungsgraden einzelner Fabrikate sind hier nicht zwingend der wichtigste Parameter und sollten nicht überbewertet werden.

Im Folgendem möchten wir einige Informationen zum Einbau der Heizung bzw. des Pelletskessels geben. Speziell zur Lage des Heizraumes und des Lagerraumes.

4. Lage des Heizraumes und Lagerraumes

Zur Lagerung der Pellets gibts es verschiedene Möglichkeiten. Hierzu gehören: Umbau eines Kellerraumes in ein Pelletslagerraum, Silos aus Metall oder Stoffgewebe, die im Keller oder außerhalb des Hauses regengeschützt aufgestellt werden; unterirdische Lagertanks außerhalb des Gebäudes.

4.1. Was ist bei der Überlegung des zu verwendenden Lagerraumes zu beachten?

Der Tankwagen, der die Pellets in Zukunft anliefern wird, kann mit einem Befüllschlauch 30 Meter Distanz überbrücken. Die Distanz zwischen geparktem LKW vor dem Haus bis zur Einblasöffnung und dem Abluftrohr des Lagerplatzes darf also maximal 30 Meter betragen - besser weniger!

Die Befüllstutzen müssen in jedem Fall von außen zugänglich sein. In direkter Nähe dieser Öffnungen muss ein 230V Stromanschluß vorhanden sein, damit entstehender Staub bei der Befüllung mit Pellets abgesaugt werden kann.

Werden die Pellets aus dem Lagerraum mittels einer Schnecke (eine Art Förderband) zum Pellet Kessel transportiert, müssen Lagerraum und Heizraum aneinander angrenzen. Werden die Holzpellets zum Pelletskessel hingesaugt, dürfen max. 20m Entfernung gegeben sein.

Wird ein Kellerraum zur Lagerung benutzt muss ein Schrägboden eingebaut werden (ähnlich einem Trichter), auf dem die Pellets dann zur Schnecke hinunterrutschen können. Aufgrund der nötigen Befüll- und Absaugstutzen im oberen Bereich des Lagerraums rechnet man 2/3 des des vorhandenen Volumens als tatsächlich möglichen Lagerraum für die Holzpellets.

Um zusätzliche Luftrohre zu vermeiden sollte der Lagerraum an die Aussenmauer des Hauses grenzen.

4.2. Wie groß soll der Pelletlagerraum sein?

Die Größe richtet sich nach Ihrem Jahresverbrauch. Der Lagerraum sollte das 1,2 bis 1,5-fache Ihres Jahresbedarfs fassen können.

Ungefähre Berechnung des Lagervolumens: 1 kW Heizlast = 0,9 m³ Lagerraum

Bis 15t Holzpellets können in den meisten Bundesländern ohne zusätzliche Brandschutzbestimmungen gelagert werden. Sofern hier eine Verschärfung eintreten sollte wäre es vernünftig vielleicht jetzt schon den Lagerplatz entsprechend geschützter auszulegen. Hierzu gehören z. B. (nach österreichischer Norm):

  • Wände und Decke des Raums gemäß Brandschutzklasse F90
  • Brandschutztüren T30 oder T90, nach aussen aufgehend, inkl. Dichtung
  • keine Elektroinstallationen im Lagerraum
  • Beleuchtungen, sofern erwünscht - explosionsgeschützt
Contact Person Autor des Artikels: Jascha Schmitz - Redakteur der Umweltportale: Solaranlagen-portal.de | Ihr-BHKW.de | Ihre-Waermepumpe.de | klaeranlagen-vergleich.de