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Porträt Volker Quaschning (© Wikipedia)Professor Volker Quaschning ist sowohl Buchautor als auch einer der bekanntesten deutschen Experten auf dem Gebiet der regenerativen Energien und der Photovoltaik. Wir freuen uns sehr, dass wir ihn für ein Interview gewinnen konnten. Wir befragten Ihn zur Speicherung von Solarstrom und seiner Meinung zur Energiewende.

Solaranlagen-Portal.de: Herr Prof. Dr. Quaschning, bitte erzählen Sie uns etwas über Ihre aktuellen Forschungen an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin.

Quaschning: Im Bereich der regenerativen Energien sind an der HTW Berlin 10 Professorinnen und Professoren tätig, die zu den verschiedensten Gebieten der erneuerbaren Energien forschen. Meine Mitarbeiter und ich beschäftigen sich derzeit schwerpunktmäßig mit Szenarien für eine nachhaltige Energieversorgung und der Optimierung von photovoltaischen Eigenverbrauchssystemen.

Solaranlagen-Portal.de: Laut einer Umfrage von EuPD Research erwägen rund 90% aller Photovoltaikanlagen-Besitzer die Nachrüstung eines Solar-Akkus. Woran scheitert derzeit die Umsetzung?

Quaschning: Batteriespeicher für Photovoltaikanlagen befinden sich immer noch am Anfang der Entwicklung. Die Kosten sind noch relativ hoch, sodass meist ein System ohne Speicher bei der Wirtschaftlichkeit besser abschneidet. Auch technologisch sind bei den Speichern noch Verbesserungen möglich. Schließlich ist das Förderprogramm für viele Kunden nicht wirklich attraktiv. Mit sinkenden Preisen für die Batteriesysteme wird künftig der Markt aber schnell wachsen.

Solaranlagen-Portal.de: Es gibt verschiedene Technologien um Solarstrom zu speichern. Welche Systeme haben Ihre Einschätzung nach das größte Zukunftspotenzial?

Quaschning: Wir brauchen langlebige und wartungsfreie Systeme. Aus heutiger Sicht hat da die Lithiumbatterie die Nase vorne. Deren Kosten müssen aber noch spürbar fallen. Mittelfristig haben auch thermische Speicher ein großes Potenzial. Diese sind vergleichsweise preiswert und können Überschüsse der Photovoltaikanlage günstig speichern und damit Brennstoffe bei der Heizungsanlage einsparen.

Solaranlagen-Portal.de: Nennen Sie uns bitte 3 Punkte, die Ihre Meinung nach am dringendsten umgesetzt werden müssen, damit die Energiewende wirklich klappt.

Quaschning: Wir müssen das Ausbautempo erneuerbarer Energien deutlich erhöhen und dürfen die Energiewende nicht weiter durch ein Festhalten an fossilen Technologien blockieren. Die Politik braucht darum dringend einen Ausstiegsplan aus der Kohlenutzung. Der nötige Druck dazu muss aus der Bevölkerung kommen.

Mittelfristig sind dann Speicher und klimaverträgliche Reservekraftwerke erforderlich. Hierzu brauchen wir attraktive Bedingungen, sodass deren flächendeckende Markteinführung funktioniert.

Schließlich muss die Energiewende auch im Wärme- und Transportbereich vorangetrieben werden. Hier muss die Politik die Anforderungen deutlich verschärfen. Bei der Heizungsunterstützung und der Elektromobilität wird die Photovoltaik künftig eine deutlich größere Rolle einnehmen als ihr heute noch zugetraut wird. Die Branche muss dafür aber möglichst bald ausgereifte und preisewerte technische Lösungen anbieten.

Solaranlagen-Portal.de: Herr Prof. Dr. Quaschning, wir danken vielmals für das Interview.

Contact Person Autor des Artikels: Jascha Schmitz - Redakteur der Umweltportale: Solaranlagen-portal.de | Ihr-BHKW.de | Ihre-Waermepumpe.de | klaeranlagen-vergleich.de

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