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5-15 kW ist die technische Seite, angenehme Wärme und Gemütlichkeit bei Feuerschein ist der Wohlfühlaspekt! Hier kann man endlich einmal Kostenersparnis beim Heizen mit Romantik verbinden. Noch ein Glas Wein dabei, passende Musik und Heiztechnik bekommt ganz neue Dimensionen!

Ein Pelletofen ist dabei auch noch extrem unkompliziert zu handhaben. Eingebaute Vorratsbehälter ermöglichen nämlich eine Brenndauer von einem bis mehreren Tagen! Und selbst das Nachfüllen der Pellets während des Betriebs ist ein Klacks - schnell und einfach per Hand.

Stiftung Warentest hatte bereits im Jahr 2011 einen Test zu Pelletöfen durchgeführt. Geprüft wurden:

  • Energieeffizienz
  • Handhabung
  • Sicherheit
  • Verarbeitung und Widerstandsfähigkeit
  • Umwelteigenschaften und technischen Leistung

Ergebnis war, dass ein Pelletofen im Vergleich zum Kaminofen die bessere Variante ist, um Holz effizient zu nutzen. Wenn ein Pufferspeicher dazu kommt ist der Ofen als automatisches Heizsystem noch besser. 

Pelletöfen im Test: teuer = gut?
Laut Testergebnis sind teurere Geräte (ca. 8000-9000 Euro) in Kombination mit einem Pufferspeicher am umweltschonendsten, erzielen gute Abgaswerte und sind auch für Passivhäuser mit Lüftungsanlage sehr interessant.

1. Für wen eignet sich welcher Pelletofen?

Da der Vorratsbehälter eines Pellet-Kaminofens immer mal wieder neu befüllt werden muss, eignet sich so ein Heizsystem besonders für:

  • kleine Wohnungen z. B. Etagenwohnungen
  • Passivhäuser
  • oder der Pelletofen wird an einen Pelletsvorratsraum angeschlossen, dann wird die Befüllung automatisiert

Im Schnitt werden aber 20% der Wärme direkt zum Beheizen des Zimmers genutzt. Das ist im Sommer natürlich unsinnig. Von daher ist für die Brauchwassererwärmung im Sommer ein anderes Heizsystem erforderlich. Dazu später mehr.

Folgende Varianten des Pelletofens gibt es.

Pellet-Einzelofen

Ein Pellet-Kaminofen ist teurer als ein normaler Kaminofen, aber auch deutlich effizienter! Damit ist der Unterschied in den Kosten auf Dauer wieder geringer - außerdem genießen Sie die bequeme Automatisierung des Pelletofens!

Hier 7 Fakten zum Einzelofen:

  • Der Pellet Einzelofen besitzt meist eine Leistung von bis zu 15kW.
  • Er wird im Raum aufgestellt (wie ein Kaminofen).
  • Der integrierten Vorratsbehälter reicht oft für mehrere Tage Heizbetrieb.
  • Nachfüllen geht einfach per Hand. Es gibt aber auch automatische Öfen, welche Pellets aus einem Vorratsraum/Behälter automatisch zuführen (dann schützt auch eine Rückbrandsicherung vor Feuer).
  • Für den Anschluss wird Strom benötigt (wegen der automatischen Zuführung der Pellets).

Klären Sie mit Ihrem Schornsteinfeger, ob der Schornstein für den Anschluss des Ofens passt!
Haben Sie ein sehr gut gedämmtes Haus)? Dann ist der luftgeführten Einzelofen vielleicht nicht die beste Wahl! Es gibt Fälle in denen der Ofen zu wenig Verbrennungsluft aus dem Raum entnehmen kann. Das gibt Probleme - also am besten einen Fachbetrieb fragen!

Gut zu wissen: Die Verbrennung ist im Vergleich zum Kaminofen besser! Das bedeutet weniger Emissionen!

1.1. Wasserführender Pelletofen

Ist ein Pelletofen wasserführend, kann man ihn mit den Wasserleitungen im Haus verbinden. Die Wärme des Ofens kann dann im Wasserkreislauf des Hauses genutzt werden!

Hier Fakten zum wasserführenden Pelletofen:

  • Die Heizleistung des Ofens wird optimal für das ganze Haus genutzt.
  • Die restliche Wärme dient weiterhin dem Heizen des Raumes, wo der Ofen steht.
  • Der integrierten Vorratsbehälter reicht oft für mehrere Tage Heizbetrieb.
  • Nachfüllen geht einfach per Hand. Es gibt aber auch automatische Öfen, welche Pellets aus einem Vorratsraum/Behälter automatisch zuführen (dann schützt auch eine Rückbrandsicherung vor Feuer).
  • Für den Anschluss wird Strom benötigt (wegen der automatischen Zuführung der Pellets).
  • Die Elektronik erlaubt dann selber Programme für die Heizung einzustellen (z.B. für die gewünschte Wassertemperatur).

Das Verhältnis zwischen Wärmeabgabe an den Raum und den Heizkreislauf beschreibt man als "raumseitige Leistung" und "wasserseitige Leistung". Bei 75% “wasserseitiger Leistung” gehen also noch 25% an den Raum, was dort zu Heizen locker ausreicht!

1.1.1. Das sollten Sie vor dem Kauf beachten:

WICHTIG: Sie müssen vor dem Kauf ihren Heizwärmebedarf und Brauchwasserbedarf ermitteln. Diese ergeben sich aus:

  • Gebäudeart
  • Dämmung des Hauses
  • Art des Heizungssystems (gibt es eine Zentralheizung oder eine Etagenheizung)
  • Heizgewohnheiten der Bewohner.

Planen Sie einen ausreichend großen Pufferspeicher ein! Sonst könnte es zu Überhitzung und Schäden am Heizsystem kommen.

Planen Sie eine raumluftunabhängige Luftversorgung (je nach Gebäude - also Fachmann fragen!). Der Ofen zieht die Luft für die Verbrennung dann z.B. über ein Rohr von Außen. Der raumluftunabhängige Betrieb ist übrigens auch Voraussetzung für die Förderung der BAFA (bei Altbauten).

1.1.2. Mit anderen Systemen kombinieren

Durch den Pufferspeichers ist die Verbindung mit eigentlich allen anderen Wärmesystemen möglich:

Übrigens: Ein Pelletofen als alleinige Zentralheizung zu nutzen ist eher nicht möglich (teilweise doch in z.B. Passivhäuser) - der Pelletofen ist wie die Solarthermieanlage zur Unterstützung der Heizung da.

1.2. Pelletofen mit der Zentralheizung kombinieren

Besitzt der Pelletofen zusätzlich eine Wassertasche kann er aber wie erwähnt mit dem vorhandenen Heizsystemen kombiniert werden. Leistunge von bis zu 15kW sind hier die Regel.

Für Passiv- / Niedrigenergiehäuser ist der Pelletofen + ausreichendem Pufferspeicher in Verbindung mit der Zentralheizung perfekt geeignet. Hier wird die Zentralheizung nur für kalte Tage der Übergangszeiten und für die Wintermonate benötigt (oder die reine Warmwasserbereitung).

Möchten Sie den Pelletofen als alleinige Zentralheizung verwenden, brauchen Sie vorab die Heizlastberechnung & eine gute Planung. Wenn für die warme Jahreszeit eine Solarthermieanlage oder Brauchwasserwärmepumpe vorhanden ist lässt sich damit eine sinnvolle Kombination erzeugen

1.3. Kombination Pellets Öfen mit Solaranlagen

Nutzt man eine Solarthermieanlage, kann diese von ca. März bis Oktober die Wärmeerzeugung übernehmen. Falls die Sonne mal nicht reicht schaltet sich automatisch der Pelletsofen dazu. Im Wasserspeicher wird nämlich Warmwasser für Heizung & Nutzwasser auf Vorrat gehalten und die Temperatur elektronisch überwacht.

1/3 der Brennstoffkosten können so pro Jahr gespart werden!

2. Was sind die Kosten für einen Pelletofen?

Anspruch und Funktionen bestimmen den Preis!

Folgende Faktoren beeinflussen die Kosten des Pelletofens:

  • Soll der Ofen in das vorhandene Heizsystem integriert werden?
  • Wird ein [neuer] Pufferspeicher benötigt?
  • Wie sehr soll die Pelletzufuhr automatisiert sein?
  • Qualität des Geräts.
  • Komfort des Ofens (Steuerung, Programme)
  • Emissionen

Hier einige gesammelte Preise von Pelletöfen als Beispiele:

Wasserführend Nennleistung minimal Wärmeleistung (kW) Wirkungsgrad bei  Volllast % Pelletofen Grundpreis in €
Nein 6 2,6 89 1.950
Nein 9 2,4 91 2.610
Nein 11 3,4 88 4.990
Ja 12 3,7 93 8.990
Ja 15 4,5 95 5.450
Ja 19 8,5 93 4.415

Tipps zum Kauf:

3. Was ist beim Betrieb des Pelletofens zu beachten?

Wie erwähnt haben Pelletöfen einen integrierten Vorratsbehälter.

  • Deshalb ist keine zusätzliche Fördertechnik nötig.
  • Bei vielen Öfen muss alle ein bis zwei Tage von Hand befüllt werden.
  • Pellets kann man in kleinen Säcken kaufen oder auch in größeren Mengen

Pellets zählen zu den günstigsten Brennstoffen auf dem Markt!

Außerdem haben Pelletöfen generell einen sehr guten Wirkungsgrad im Vergleich zu Scheitholzöfen.
Damit sind sie bei dauerhaften Gebrauch günstiger als Holz.

Achten Sie aber auf einen Pelletofen mit guten Verbrauchswerten.

3.1. Wie hoch ist der Verbrauch an Pellets?

Der Verbrauch eines Pelletofens setzt sich aus:

  1. Verbrauch des Brennstoffs
  2. und Betriebsstrom

Herstellerangaben nennen einen Verbrauch von:

  • 2 bis 2,5 kg Pellets unter Vollast (bei schlechterem Wirkungsgrad bis zu 3kg)
    pro 10 Kilowatt Kesselleistung pro Betriebsstunde
  • Unter Teillast liegt der Verbrauch im Mittel bei 0,6 bis 0,9 kg Holzpellets pro Stunde.
  • Der durchschnittlichen Wirkungsgrad beträgt 87% (+/- 6%)
  • Bei Scheitholz-Kaminöfen durchschnittlich 70 % (+/- 10%!)

Im Mai 2018 lag der Pelletpreise laut DEPV-Index bei 23,91 Cent pro Kilogramm.
Bei einer Abnahme von 6 Tonnen bei 239,05 Euro pro Tonne.
Der Preis pro Kilowattstunde (kWh) damit bei 4,78 Cent pro kWh.

Grundlage: EN Plus-A1-genormten Pellets mit einem Heizwert von 5 kWh/kg Pellets.

3.2. Wie hoch ist der Stromverbrauch von Pelletöfen?

Bei einem vollautomatischer Pelletofen kann man während des Betriebs mit ca. 200-300W rechnen. Ein halbautomatischer Pelletofen, welcher keine Förderschnecke besitzt und manuell befüllt werden muss, liegt oft bei 100-150 W Strombedarf im Betrieb.

Pelletöfen benötigen den verbrauchen Strom für:

  • Die Kontrolle der Verbrennung
  • Steuerung durch die Elektronik
  • Zufuhr der Pellets in die Brennkammer

Gas- oder Ölöfen liegen da im Vergleich niedriger - aber dafür sind die Brennstoffe da im Vergleich wesentlich teurer. Daher lohnt der Pelltofen trotzdem!

3.3. Wie wird der Pelletofen angeschlossen?

  1. Als ersten muss der Schornsteinfeger prüfen, ob die allgemein geltenden Brandschutzbestimmungen eingehalten werden.
  2. Erst dann darf Anschluss und Inbetriebnahme erfolgen.

Der Schornsteinfeger prüft:

  • das Brennstofflager
  • ausreichende Versorgung mit Verbrennungsluft
  • die ordnungsgemäße Abgasführung

Bei einem Einzelofen für z.B. das Wohnzimmer ist kein separater Heizraum nötig.

Voraussetzung ist, dass ausreichende Luftversorgung durch eine Tür, Fenster oder die Größe des Raumes gegeben ist (bei Pelletöfen über 35kW ist eine Belüftung von außen notwendig!).

3.4. Was ist beim Schornstein zu beachten?

Der Schornstein muss passend dimensioniert sein, damit er ordentlich zieht!
Wieder ist der Schornsteinfeger gefragt - er kann sagen, ob der Schornstein ausreicht.

Ein guter Schornstein sorgt dafür, dass:

  • Wärmeverluste verhindert werden
  • der Rauch sich zu stark abkühlt - sonst kommt es zu starken Verunreinigung (damit kann die Effizienz sinken).

3.5. Wie reinige ich den Pelletofen?

  • Der Brenntopf (hinter dem Heizkessel) muss regelmäßig gereinigt werden (mittels eines Staubsaugers).
  • Die Asche im Brennraum muss regelmäßig entfernt werden (bei nicht vollautomatischen Öfen).
  • Bei vollautomatischen Pelletöfen den Asche-Auffangbehälter, ausleeren.
  • Je nach Ofen regelmäßig die Scheibenhinterlüftung reinigen.

Das alles ist aber in wenigen Minuten erledigt!

Die Asche im Garten zu nutzen ist umstritten: durch die Verbrennung können sich Schadstoffe in der Asche sammeln (Quelle u.a. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau). Asche in den Restmüll ist aber immer möglich.

3.6. Ist eine Wartung des Pelletofens sinnvoll?

Ja! Empfehlung 1x / Jahr, denn:

  1. Kleinteile können verschleissen & müssen rechtzeitig überprüft werden
  2. spezielle die Fördervorrichtung für die Pellets sollte mit geprüft werden
  3. Bei Nutzung eines Lagerraums müssen Sie darauf achten, dass dieser trocken ist. Nur vollkommen trockene Pellets verbrennen optimal.

4. Welche Förderung der BAFA gibt es für einen Pelletofen?

Basisförderung: 1400 Euro bis 3600 Euro (je nach Leistung des Pelletofens).

  • für einen wasserführenden Pelletofen 1400 Euro
    bei einer Nennleistung zwischen 5 und 38,8 kW
  • bei 38,9 - 100 kW 36 Euro pro Kilowatt (bis maximal 3600 Euro).

Zusatz zur Basisförderung - BAFA Boni:

  • +500 Euro bei gleichzeitiger Installation einer Solarthermieanlage zur Heizungsunterstützung.
  • Basisförderung +50%, wenn das Gebäude wesentlich energieeffizienter ist als von der Energieeinsparverordnung gefordert (entspricht derzeit KfW-Effizienzhaus 55).
  • +750 Euro für Maßnahmen zur Verbesserung der Abgaskondensation oder Abgasminderung.

Gebäude sind grundsätzlich nur förderfähig wenn:

  • sie vor dem Einbau eines Pelletofens, schon eine Heizungsanlage besaßen
  • und der Bauantrag vor dem 01. Januar 2009 gestellt worden ist
  • es müssen Richtwerte im Kesselwirkungsgrad, Kohlenmonoxid-Ausstoß und Staub-Emissionen erfüllt sein
  • es werden nur wasserführende Pelletöfen gefördert
  • spätestens 6 Monate nach der Inbetriebnahme muss der Antrag für die Pelletofen Förderung beim BAFA vorliegen (+ Prüfbericht & Herstellererklärung)

Hier finden Sie die Übersichtsseite des BAFA zur Förderung.

5. Was ist zu beachten wenn ich einen Pelletofen kaufen möchte?

Kennen Sie Ihre Ansprüche?

Wenn es nur um das beheizen eines einzelnen Raumes (+ angrenzende Zimmer) geht, dann reicht in der Regel ein Einzelofen als gemütliche Heizung.

Möchten Sie sparsam Heizen und Ihre vorhandene Heizung optimieren, dann ist ein  wasserführende Pelletofen die richtige Wahl.Eine Solarthermieanlage macht das ganze besonders effizient, so dass die ursprüngliche Heizung erst an den kälteren Tagen benötigt wird.

Für diese wasserführende Pelletöfen wird eine ausreichender Pufferspeicher benötigt! Ca. 80% der Wärme gehen per Wärmetauscher in den Heizkreislauf.
Ist der Pufferspeicher zu klein (oder nicht vorhanden) kann es zur  Überhitzung und Schäden kommen!

Und hübsch soll er sein…
Moderne Pelletöfen sehen dazu auch noch gut aus und können mit ihrer Optik glänzen!

Achja der Preis...
Wie erwähnt sind Pelletöfen teurer als Kaminöfen. Aber auch effizienter und komfortabler! Wenn Sie diese Faktoren zusammen mit einer guten Beratung nutzen, haben Sie bestimmt bald selber ihr eigenen Wohlfühl-Heizsystem im Haus!

Contact Person Autor des Artikels: Jascha Schmitz - Redakteur der Umweltportale: Solaranlagen-portal.de | Ihr-BHKW.de | Ihre-Waermepumpe.de | klaeranlagen-vergleich.de