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Mit einer Solaranlage auf dem eigenen Dach lassen sich Steuern sparen. Wir haben mit Dr. Torsten Hahn, Programmleiter für die Bereiche Steuern, Geld und Recht beim Fachverlag Akademische Arbeitsgemeinschaft, über die Möglichkeiten gesprochen.

Solaranlagen-Portal.de: Herr Dr. Hahn, Ihre Redaktion hat sich intensiv mit dem Thema "Photovoltaik und Steuern" beschäftigt. Was ist das erste, das ich in dieser Hinsicht unternehmen muss, wenn ich eine Photovoltaikanlage auf meinem Haus installieren lassen möchte?

Dr. Torsten Hahn: Wenn Sie als privater Hausbesitzer eine Photovoltaikanlage betreiben und daraus Strom gegen Vergütung ins örtliche Stromnetz einspeisen, dann gilt für kleinere Anlagen bis etwa 30 m² Solarzellenfläche: Sie müssen kein Gewerbe anmelden. Das ist schon mal ein Haufen bürokratischer Aufwand, den Sie an dieser Stelle sparen – jetzt und auch in den kommenden Jahren. Größere Anlagen müssen Sie dagegen bei der jeweiligen Kommune anmelden. Unabhängig von der Anmeldung beim Gewerbeamt müssen Sie als Betreiber einer Photovoltaikanlage die Inbetriebnahme aber auf jeden Fall Ihrem Finanzamt anzeigen. Denn der von Ihnen "verkaufte" Strom führt zu Einkünften aus Gewerbebetrieb. Das ist aber nicht aufwendig: Es genügt ein formloses Schreiben. Das Finanzamt wird Ihnen dann einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung schicken, in dem es alle wichtigen Punkte abfragt. Das Bayerische Landesamt für Steuern hat als Anlage dazu ein Zusatzformular entwickelt, das aber, soweit wir wissen, nicht bundesweit eingesetzt wird.

Solaranlagen-Portal.de: Das war es aber sicher noch nicht mit Papierkram, oder?

TH: Da haben Sie leider Recht – die Einkommensteuererklärung wartet sozusagen bereits hinter der nächsten Ecke. Wenn wir dazu mal vom "klassischen" privaten Hauseigentümer ausgehen, der auf seinem selbst genutzten Ein- oder Zweifamilienhaus eine Photovoltaikanlage installiert und den daraus gewonnenen Strom in das Stromnetz einspeist, dann gilt Folgendes: Als Betreiber einer Photovoltaikanlage unterstellt Ihnen das Finanzamt normalerweise eine Gewinnerzielungsabsicht. Voraussetzung: Sie erwirtschaften über die Nutzungsdauer der Anlage von 20 Jahren voraussichtlich einen Totalüberschuss. Der Vorteil in diesem Fall: Wenn Sie mit Ihrer Photovoltaikanlage in den Anfangsjahren Verluste einfahren, werden diese ebenfalls steuerlich berücksichtigt. Diese Verluste können Sie mit positiven Einkünften zum Beispiel aus nichtselbstständiger Tätigkeit verrechnen und dadurch Steuern sparen.

Solaranlagen-Portal.de: Wie kommen die Verluste bei der Photovoltaik-Anlage zustande? Es gibt doch Geld für die Stromeinspeisung?

TH: Das ist natürlich richtig, aber gleichzeitig entstehen dem Betreiber der Photovoltaikanlage auch Kosten: Er muss die Anlage kaufen und installieren lassen, hinzu kommen die Kosten für Fachliteratur, Wartung, Reparaturen usw. Das alles wird steuerlich berücksichtigt; genau genommen handelt es sich um Betriebsausgaben, die der Betreiber der Anlage in seiner Steuererklärung von der Einspeisevergütung abzieht. Zum Teil werden die Kosten dabei über mehrere Jahre abgeschrieben, vieles ist aber auch sofort abziehbar. Da landet man – insbesondere in den ersten Jahren – ganz schnell im Minus. Dieses Minus wird dann mit einem Plus, das beispielsweise ein Angestellter mit seinem Gehalt erzielt, verrechnet und senkt damit insgesamt die Steuerlast.

Solaranlagen-Portal.de: Haben Sie einen Tipp, wie man ganz schnell ganz viel Steuern sparen kann?

TH: Ja, da gibt es eine Möglichkeit: Den Investitionsabzugsbetrag. Hinter diesem sperrigen Begriff verbirgt sich die Möglichkeit, schon vor dem Kauf der Photovoltaikanlage bis zu 40 Prozent der Anschaffungskosten steuermindernd abzuziehen, wenn die Investition im Laufe der folgenden drei Jahre getätigt wird. Da der private Anlagenbetreiber zudem ohne Zweifel zu den sogenannten "kleinen und mittleren Unternehmern" gehört, gibt es außerdem zusätzlich zur normalen Abschreibung eine Sonderabschreibung von bis zu 20 Prozent, die auf vier Jahre verteilt werden kann.

Solaranlagen-Portal.de: Herr Dr. Hahn, wir bedanken uns für das Gespräch!

Mehr Informationen rund ums Steuernsparen mit eigenen Solaranlagen gibt es auf steuertipps.de!

(Bild: © DOC RABE Media - Fotolia.com)

Contact Person Autor des Artikels: Jascha Schmitz - Redakteur der Umweltportale: Solaranlagen-portal.de | Ihr-BHKW.de | Ihre-Waermepumpe.de | klaeranlagen-vergleich.de

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