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Das Interesse an und die Investitionen in Solarenergie sind im Nahen Osten und in den Golfstaaten in den letzten Jahren gestiegen. Dies erklärte HH Salem Al Shair, Vertreter des E-Governments der Vereinigten Arabischen Emirate am 26. Oktober in seiner Eröffnungsrede zum ersten Solar Investment Summit - Middle East der Solarpraxis AG. Jedoch werfe das Thema immer noch mehr Fragen auf, als es beantworte. Dies seien u. a. die Fragen, wie Module unter den schwierigen klimatischen Bedingungen mit großer Hitze und Wüstenstaub arbeiten, wie Solarenergie in das Stromnetz eingespeist und ob mit Solarenergie Geld verdient werden kann. "Heute sind genau die richtigen Personen anwesend, um diese Fragen zu beantworten", versicherte Al Shair den mehr als 120 Teilnehmern der am 26. und 27. Oktober in Dubai stattfindenden Konferenz. Keynote Speaker Yaseen Alharbi von der King Abdulaziz City for Science and Technology (KACST) in Saudi Arabien und HH Salem Al Shair gaben einen Überblick über Saudi Arabiens Solar- und Photovoltaikinitiativen. Sie sprachen außerdem über die Beziehung zwischen Öl und Solar und die Rolle der Solarenergie bei der Energieversorgung für die Erdöl- und Erdgasaufbereitung sowie andere industrielle Prozesse. So spielt die Erdölfördergesellschaft Saudi Aramco eine zentrale Rolle bei der Initiierung von Solarprojekten. Nach aktuellen Ankündigungen des Unternehmens beinhaltet dies u. a. ein 3,5 Megawatt (MW) Photovoltaikprojekt in der Nähe von Riad. Hier soll das sich gerade im Bau befindliche King Abdullah Petroleum Studies and Research Center (KAPSARC) mit Energie versorgt werden. Weitere vertikal integrierte PV-Projekte sind in Planung. KACST ist daran beteiligt, Solarprojekte in der Region zu verwirklichen und Chancen der Solarenergie als Teil größerer Energie- und Industrieanwendung zu identifizieren. Dies sind beispielsweise eine Solar-Wasserstoff-Anlage und eine Solar-Entsalzungsanlage, die einen erheblichen Energieverbrauch besitzen. Laut Nicolai Dobrott vom deutschen Unternehmen Apricum hat Saudi Arabien mit einem voraussichtlichen Solarmarkt von 3,5 Gigawatt (GW) im Jahr 2015 das größte Solarpotenzial der Region, gefolgt von den Vereinigten Arabischen Emiraten. Es wird erwartet, dass Saudi Arabien bis zum Ende des Jahres ein Erneuerbare-Energien-Gesetz bekanntgeben wird, das Klarheit darüber gibt, wie das Königreich zukünftig die Solarenergie in den nationalen Energiemix integrieren wird. Karim Asali von First Solar erklärte in seinem Vortrag, dass "Photovoltaik kein "Nice-to-have" ist, sondern ein Muss." Viele Länder der Region - Saudi Arabien inbegriffen - benötigten zusätzliche Energiekapazitäten, um die Anforderungen der wachsenden Bevölkerung erfüllen zu können. Er stellte die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaik auf der Basis der Levelized Cost of Energy (LCOE) dar, wo sie nahe an der Wettbewerbsfähigkeit mit Anlagen, die mit fossilen Energien betrieben werden, sei. Seine Aussage wurde von Nicolai Dobrott unterstrichen. Dieser erklärte, dass Faktoren, wie der kontinuierliche Preisverfall von PV-Systemen um jährlich acht bis zehn Prozent im kommenden Jahrzehnt, bedeuten, dass Solarstrom in vielen Teilen der Welt bald mit der Stromerzeugung mit Dieselbrennstoff konkurrieren kann. Asali hob zusätzliche Vorteile hervor, die Investitionen in Solarenergie attraktiver machen. Zu diesen Vorteilen gehören kürzere Projektentwicklungszeiten - während die Planung von mit fossilen Energien betriebenen Anlagen vier bis fünf Jahre dauern würde, betrage die Zeit für PV-Anlagen nur die Hälfte - geringere Anforderungen an die Infrastruktur, da keine Gasleitungen verlegt werden müssen sowie keine Wartungskosten und geringe CO2-Emissionen. Daniel Gudopp von der Deutsche Eco stellte vor, wie der Wechsel zur Solarenergie im Nahen Osten vorangetrieben werden kann. Dazu gehören Transparenz, Berechenbarkeit, Konsistenz und die Steigerung des öffentlichen Bewusstseins ebenso wie eine auf der Ressourcenverfügbarkeit basierende Gestaltung der Politik. Zudem seien ein starker ordnungsrechtlicher Rahmen und eine Analyse der Modulleistungen sowie eine Verbreitung dieser Ergebnisse erforderlich. Die Deutsche Eco ist momentan an einem Monitoring-Projekt von PV-Modulen im Oman beteiligt. Hier werden Temperaturen, Strom- und Spannungskurven sowie der Einfluss von Staub, Hitze, Feuchte und anderen Bedingungen untersucht. Berthold Breid, Renewables Academy, referierte über Qualifikations- und Ausbildungsfragen in der PV-Industrie. Für viele Länder bietet der Solar- und Erneuerbare-Energien-Sektor neue Job- und Beschäftigungsmöglichkeiten. Breid stellte die Herausforderung dar, qualifizierte PV-Arbeitskräfte auszubilden. Dies beträfe qualifizierte Elektroinstallateure, die in naher Zukunft PV installieren können müssen, ebenso wie die Integration von Photovoltaik in den Ingenieurslehrplan. Außerdem unterstrich er die Bedeutung davon, das Wissen und die Fachkenntnis in den Bereichen Recht, Versicherung und Finanzierung der Solarenergie zu erhöhen. Themen der Nachmittagssessions waren die Vorteile und Stärken verschiedener Solartechnologien im Nahen Osten, Herstellungsfragen sowie Chancen und Risiken der Polysilizium-Produktion. Mittags war bereits Nicolai Dobrott auf die Anzahl an Polysilizium-Anlagen, die in der Region geplant sind, eingegangen. Er berichtete von ein paar Anlagen, auch einer von QSTec in Katar geplanten Anlage, die gute Erfolgsaussichten hätten, stellte jedoch das Zustandekommen anderer Anlagen in Frage. PV-Hersteller in der Region, wie Microsol International, würden von anderen, bereits etablierten globalen Playern lernen, die durch zu schnelles Wachstum und eine sinkende Nachfrage in Schwierigkeiten geraten waren. Mehr Informationen: www.solarpraxis.de


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