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Im unterfränkischen Gräfendorf wurde am 4.Okjtober 2011  die Schutzengelkirche als Solarkirche eingeweiht. Die Kirche wird vollständig solar beheizt. Mit  Sonnenkollektoren, solarem Wasserspeicher, Luftkollektoren und Wärmepumpe liefert die Sonne die Energie für die Erwärmung der Kirche. Mit neuer Wärmedämmung und einer Niedertemperatur Wandstrahlungsheizung konnte der Wärmebedarf drastisch gesenkt werden. Der Strombedarf für die Wärmepumpe wird bilanziell durch die kircheneigene Fotovoltaikanlage gedeckt. Die katholische Kirche Gräfendorf wurde 1966 erbaut und ist mit den typischen Mängeln aus dieser Zeit behaftet. Mit 50 cm starken Ziegelwänden und Stahlbetonaussteifung errichtet, wurde das Sakralgebäude nur zeitweise mittels Luftheizung erwärmt. Aufgrund des nur kurzfristig aufgeheizten Luftvolumens entstanden große Temperaturunterschiede an den noch kalten Außenwänden und Fenstern, die kalte Fallwinde verursachten. Die Folgen: ein unbehagliches Raumklima aufgrund von Kältestrahlung und Zugluft, hohe Heizkosten und eine verstimmte Orgel.Sanierung statt NeubauEntgegen den ersten Annahmen hat das abgeschlossene Planungsvorhaben ergeben, dass der Erhalt der Kirche inklusive des Inventars sehr viel wirtschaftlicher ist, als ein ersatzweise entstehender, deutlich kleinerer und den herkömmlichen Energiestandards entsprechender Neubau. Das Sanierungskonzept beinhaltet eine konsequente Wärmedämmung, die Einbindung von Speichertechnik in Verbindung mit einer nachgeführten thermischen Solaranlage sowie die Spitzenlastdeckung durch einen Holzpelletkessel. Ehrgeiziges Ziel: eine Reduktion des Primärenergiebedarfs auf 34.100 kWh/a und eine damit einhergehende Verringerung der CO2-Emissionen von 48 Tonnen auf etwa vier Tonnen pro Jahr. Die Machbarkeit konnte innerhalb der integralen Planung nachgewiesen werden. Von der Sanierung profitiert auch das Altenheim - das Konzept umfasst neben der Kirche noch weitere Liegenschaften.Behagliche Perspektive, breite AkzeptanzMit Hilfe des Sanierungskonzepts aus dem Architekturbüro Werner Haase soll es wieder warm und angenehm werden in der Schutzengelkirche, ohne dass ein Liter Erdöl verbrannt wird. Grundgedanke: Das Gebäude wandelt sich in einen Energiespeicher. Die spezielle Dämmung verhindert Wärmeabfluss, Kollektoren speisen Sonnenenergie in den Wärmekreislauf ein, auch die Erdwärme wird genutzt durch eine Wärmepumpe. Statt einer Luft kommt eine Strahlungsheizung mit einer Lüftungsanlage zum Einsatz, die mit beheizten Wänden für ein angenehmes Klima sorgen wird. Diese vorbildliche Initiative hat die Deutsche Bundesstiftung Umwelt mit € 50.000 unterstützt. Trotz der Unannehmlichkeiten während der Bauphase stehe die Kirchengemeinde voll hinter dem Konzept, weiß Gemeindepfarrer Peter Rüb zu berichten. Viele der heutigen Gottesdienstbesucher haben die Kirche mit viel Engagement erbaut, und bei der Sanierung packten Pfarrer und Gemeindemitglieder tatkräftig mit an. Während des Umbaus wurden die Gottesdienste in der evangelischen Michaeliskirche abgehalten. Anfang November 2009 fand der Gottesdienst noch einmal in der Schutzengelkirche statt. Dass die Hälfte der Fenster schon fehlte, blieb weitgehend unbemerkt - ein erster Erfolg der Dämmmaßnahmen. Die Kirche war auch ohne Fenster deutlich wärmer, als früher an solchen Tagen. Mehr Informationen: www.dbu.deQuelle: DBU/www.hans-josef-fell.de Foto: DBU


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