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Es werde Licht – wenn die Sonne untergeht, schalten wir die Beleuchtung an. Woher der dafür benötigte Strom kommt, wissen die meisten Menschen nicht. Dabei ist die Herkunft des Stroms ein interessantes Thema, mit dem sich jeder befassen sollte. Denn nur so können wir diese Energie schätzen und lernen, weniger verschwenderisch mit ihr umzugehen.

Die Herkunft des Stroms ist ein Thema, welches die breite Masse nicht groß zu interessieren scheint. Immer wieder ist von dem Stromverbrauch von Haushalten die Rede. Wie hoch ist dieser? Eine Frage, auf die es keine pauschale Antwort gibt. Zwar wird immer wieder ein Durchschnittsverbrauch ermittelt, jedoch reflektiert er nicht unbedingt den tatsächlichen Konsum. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat den Stromspiegel für Deutschland 2016 publiziert und herausgefunden, wie verschieden der Stromkonsum verschiedener Haushalte ist. Bei einem Dreipersonenhaushalt liegt er zwischen 2.600 und 5.500 kWh pro Jahr.

Der genannte Stromspiegel ist eine Initiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, um den Klimaschutz voranzutreiben. Was dem Stromspiegel fehlt, ist eine aufklärende Information über die Herkunft des Stroms. Wüssten mehr Verbraucher, wie er produziert wird und woher er stammt, würden sie vielleicht ihren Konsum reduzieren oder zumindest weniger verschwenderisch mit Strom umgehen.

1. Strom wird in Deutschland überwiegend aus Kohle produziert

Antoine Werner Beinhoff interessiert sich seit Jahren für das Thema Strom und hat in seinem Blog zusammengefasst, wie der Strommix für Deutschland derzeit aussieht.

Quelle: www.antoine-beinhoff.de

Rund 42 Prozent des Stroms in Deutschland wird aus Kohle produziert. Der Anteil der Braunkohle am Strommix beträgt 24 Prozent, Steinkohle liegt bei 18,2 Prozent. Seit Jahren bleibt ihr Anteil am Strommix konstant, obwohl es umweltfreundlichere Alternativen wie Windkraft, Biomasse und Photovoltaik gibt.

Greenpeace berichtet seit Jahren über die Umweltschäden durch Kohle, wie auch in diesem Artikel aus dem Jahr 2008. Die Umweltorganisation ging damals davon aus, dass billiger Kohlestrom Umweltschäden in Milliardenhöhe verursacht.

Seit 2008 hat sich wenig geändert, denn der Kohleanteil am Strommix ist konstant geblieben. Dennoch gibt es eine gute Nachricht: Der dreißigprozentige Anteil der Erneuerbaren Energien ist ein wichtiger Meilenstein. Noch eindrucksvoller ist der Zuwachs der Erneuerbaren um 31,6 TWh im Vergleich zum Vorjahr 2014. Dabei handelt es sich um den höchsten Zuwachs eines Energieträgers seit dem Mauerfall. Im selben Zeitraum wurden weniger Kernenergie (–5,6 TWh) und Erdgas (–4,1 TWh) produziert. Braunkohle (–0,8 TWh) sowie Steinkohle (–0,6 TWh) bleiben seit Jahren auf demselben Niveau.

2. Der Stromaustausch mit dem Ausland

Der Strommix sagt nur die halbe Wahrheit über die Herkunft dieser Energieform. Deutschland ist nämlich ein wichtiger Stromproduzent – und zwar nicht nur für seine eigenen Bedürfnisse. Eine große Industrienation wie die Bundesrepublik hat einen großen Energiehunger, den das Land seit Jahren nicht nur selbst stillen kann, es bleibt Strom für andere Länder übrig.

Die obige Grafik mit Daten des BDEW und Statistischen Bundesamtes zeigt der Austauschsaldo (physikalische Werte in Gigawattstunden). Seit 1991 gab es nur sieben Jahre, in denen Deutschland mehr Strom importierte, als es ins Ausland verkaufte. Seit 2003 ist die Ausfuhr um ein Vielfaches größer als die Einfuhr von Strom.

Grundsätzlich gab es schon immer einen Stromaustausch innerhalb Europas. Seit der Liberalisierung der Strommärkte dient der Austausch dem Zweck, ein stabiles System zu gewährleisten. Die Stromflüsse haben beginnend mit dem Jahr 2010 zugenommen, als das CWE-Market-Coupling begann. Zur selben Zeit sanken die Strompreise am Spot- und Terminmarkt. Im Folgejahr floss weniger Strom über die deutschen Grenzen, weil acht Kernkraftwerke abgeschaltet wurden.

Interessant ist die Tatsache, dass Deutschland gegenüber den 1990er-Jahren nur geringfügig mehr importiert. Strom hat sich im selben Zeitraum zu einem Exportprodukt entwickelt, für das Deutschland bei den meisten Menschen gar nicht bekannt ist.

Wohin fließt der deutsche Strom, wenn er hierzulande nicht gebraucht wird? Überwiegend zu den Nachbarn, wie der BDEW ermittelt hat: Die Niederlande erhielt 2015 insgesamt 23,6 TWh, Österreich 14,3 TWh, die Schweiz 13,1 TWh und Polen 10,6 TWh. Der Import findet meist aus Frankreich statt (11 TWh). Dänemark (2,3 TWh) und Schweden (1,8 TWh) liefern eher geringe Mengen Strom.

3. Erneuerbare Energien sind die Zukunft

Es ist davon auszugehen, dass die Herkunft des deutschen Stroms in den Erneuerbaren Energien zu finden sein wird. Im Vergleich zu 1990 hat sich die Stromproduktion der Erneuerbaren nahezu verzehnfacht (von 19,7 auf 193,9 TWh) (Quelle: AGORA). Der Anteil der Wasserkraft ist in dieser Zeit gleich geblieben. Windkraft produziert nach wie vor am meisten Strom. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Windkraftproduktion um 50 Prozent (von 55,9 TWh auf 86,0 TWh). Große Vorsprünge gab es bei der Offshore-Windkraft, die 2013 nur 0,9 TWh Strom produzierte und nun 8,1 TWh leistet.

Konventionelle Energieträger befinden sich auf einer Talfahrt, die seit 1995 anhält. Zwar ist die Stromproduktion aus Kohle nach wie vor konstant, Kernenergie wird aber in absehbarer Zeit komplett aus dem Strommix verschwinden. Im Vergleich zur Jahrtausendwende ist die Stromproduktion aus Kernenergie rund 43 Prozent geringer.

Contact Person Autor des Artikels: Jascha Schmitz - Redakteur der Umweltportale: Solaranlagen-portal.de | Ihr-BHKW.de | Ihre-Waermepumpe.de | klaeranlagen-vergleich.de

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