1 1 1 1 1 1 1 1 1 1

Beinahe wäre es vor einigen Monaten zum Handelskrieg zwischen der europäischen Union und China gekommen. Im Juni wurden vorläufig Schutzzölle auf chinesische Solarmodule verhängt.

Einen Monat später einigten sich die Vertreter beider Parteien darauf, dass es künftig auf Importmodule aus China einen Mindestpreis gibt und die Einfuhr jährlich gedeckelt wird. Diese Regeln gelten noch bis 2015. Indes untersuchte die EU-Kommission die Vorwürfe von Branchenverbänden, dass China die heimischen Solarhersteller mit illegalen Subventionen unterstützt.

Die Untersuchungen der EU wurden abgeschlossen und den ersten Unternehmen und Regierungsbeamten vorgestellt. Angeblich sollen in dem Bericht erhebliche Missstände aufgedeckt worden sein. Es seien zahlreiche Gesetzesverstöße festgestellt worden.

Der Handelskrieg könnte nun neu entflammen und zu Vergeltungsaktionen führen. Die USA haben unlängst einen Preisaufschlag von bis zu 31 Prozent auf importierte Solarmodule aus China verhängt. Der amerikanischen Solarwirtschaft hat dieser Schritt sehr geholfen, denn während in den USA nur zwei von zehn Modulen aus China stammen, werden in Deutschland acht von zehn Modulen in China gefertigt.

Der Preisverfall und die wegbrechenden Aufträge brachten Unternehmen wie Q-Cells oder Conergy zu Fall. Solarworld konnte nach einer erfolgreichen Umschuldung gerettet werden und gilt nun als eines der letzten großen Solarunternehmen aus Deutschland.

Chinesen steigern Binnennachfrage

Die chinesischen Solarunternehmen müssen jetzt mit einer einbrechenden Nachfrage aus dem Ausland rechnen. Das Reich der Mitte wird die Nachfrage allerdings kompensieren, indem es die Binnennachfrage steigert. So wurde das Ziel bis 2015 über eine Kapazität von 35.000 Megawatt erst kürzlich um 14.000 Megawatt angehoben. Der Fokus auf die erneuerbaren Energien ist aber auch so dringend notwendig, denn die Weltbank teilte mit, dass in 16 von 20 der größten Städte Chinas sehr hohe Luftverschmutzung existiert. In den vier größten Städten Chinas sollen nach Angaben von Greenpeace rund 8.500 Menschen wegen der Luftverschmutzung gestorben sein. Volkswirtschaftlich beziffern Experten den Schaden auf eine Milliarde US-Dollar.

Ausbau der Solarthermie kommt nur schleppend voran

Deutschland gilt weltweit als Vorreiter in Fragen der Energiewende. Bis 2030 möchte die Bundesregierung den Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix auf 50 Prozent erhöhen. Besonderer Nachholbedarf besteht dabei bei der Solarthermie. Gerade Unternehmen setzen noch zu wenig auf die Technologie, dies geht aus der Studie „Das Potential solarer Prozesswärme in Deutschland“ hervor. Der Wärmebedarf liegt bei 21 Prozent der Industrie unterhalb von 100 Grad Celsius. Genau dort könnten Solarthermische Anlagen zum Einsatz kommen. Laut den Verfassern der Studie kann gerade die Lebensmittelindustrie sich stärker in erneuerbaren Energien engagieren. Die Technik wird zwar immer günstiger, dennoch treibt die Installation die Kosten in die Höhe. Seit Jahren beklagen sich Branchenvertreter über die ineffizienten Installationen.

Abwanderung der Solarbranche längst überfällig?

Die Deutsche Solarbranche wird immer kleiner. Ehemals spielte sie eine große Rolle im internationalen Vergleich. Mittlerweile kämpfen die Unternehmen ums blanke Überleben. Innovationen wie die Dünnschicht-Technologie müssten mehr zum Einsatz kommen. Solarmodule sind ein Massenprodukt. Es droht die komplette Verlagerung der Industrie ins Ausland: Mit der Textilbranche passierte damals das gleiche.

Aus der wirtschaftlichen Perspektive macht es mehr Sinn in Ländern zu fertigen, wo die Kosten geringer sind. Der daraus resultierende Wohlstandsgewinn in China ist sehr viel höher, als in Deutschland. Das begrenzte humane Innovationskapital in Deutschland kann man nämlich auch deutlich besser nutzen.

Contact Person Autor des Artikels: Jascha Schmitz - Redakteur der Umweltportale: Solaranlagen-portal.de | Ihr-BHKW.de | Ihre-Waermepumpe.de | klaeranlagen-vergleich.de

Preisvergleich für Ihre Planung

So können Sie in nur 3 Minuten die besten Preise für Ihre künftige Photovoltaikanlage vergleichen!

Jetzt erfahren wie - HIER KLICKEN!