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Seit dem 01. August 2014 hat sich einiges in der Welt der Photovoltaik getan. Die Bundesregierung hat viele Anpassungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vorgenommen, gegen die es im Vorfeld viel Widerstand gab. Welche Änderungen gab es im Detail? Das erfahren Sie in diesem Beitrag.

 EEG-Novelle: Änderungen seit August 2014

1. Gelten die nachfolgend aufgeführten Neu-Regelungen für ALLE Photovoltaikanlagen?

Nein. Besitzer von Photovoltaikanlagen, die vor dem 01. August 2014 in Betrieb genommen wurden, können aufatmen. Denn ihre Anlagen sind von den Neu-Regelungen befreit. Dies nennt der Gesetzgeber "Bestandsschutz". Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die Leistung einer Bestandsanlage nicht um mehr als 30% erhöht wird.

Zweitens wurde eine Bagatellgrenze von 10kWp eingerichtet. Das heißt, für PV-Anlagen, die nach diesem Stichtag installiert werden, braucht man die EEG-Umlage auch nicht zu zahlen. Mit dieser Bagatallgrenze möchte man den typischen Ein- bis Zweifamilienhaus-Besitzer schützen, denn diese Anlagen sind meist unter 10kWp.

2. EEG-Umlage auf Solarstrom-Eigenverbrauch

Für Strom, der aus Photovoltaikanlagen in das öffentlich Stromnetz eingespeist wird, erhält der Besitzer vom Netzbetreiber eine Einspeisevergütung. Der Netzbetreiber verkauft diesen Strom wiederum an der Strombörse - allerdings zu einem günstigeren Preis. Diese Differenz zahlt jeder Deutsche über die EEG-Umlage.

Besitzer neu installierter PV-Anlagen, müssen seit dem 01. August 2014 auch die EEG-Umlage zahlen - zumindest anteilig:

Zeitraum zu zahlender Anteil der EEG-Umlage
01. August 2014 bis 31. Dezember 2015 30%
01. Januar 2016 bis 31. Dezember 2016 35%
ab 01. Januar 2017 40%

Diese EEG-Änderung war das Reizthema schlechthin. In einer vom Solaranlagen-Portal durchgeführten Umfrage, gaben 46% der Teilnehmer an, dass Sie die Belastung von Eigenverbrauch als unfair empfinden.

3. Förderungen werden nicht mehr so stark gekürzt

Schon bei der letzten EEG-Novelle hat man erkannt, dass starke Förderungen, welche auf einmal in Kraft treten, zu einer sehr unausgeglichenen Auftragslage für Solarunternehmen führen. Dies hat dem Markt insgesamt geschadet. So ist man damals von einer halbjährlichen Kürzung der Einspeisevergütung auf eine monatliche umgestiegen. Diese monatliche Degression wurde mit der Novelle 2014 verringert.

Doch wie stark die Photovoltaik-Förderung letztlich gekürzt wird, hängt davon, ab wie viele Photovoltaikanlagen neu installiert werden. Man geht davon aus, dass im Jahr 2014 zwischen 2,5 und 3,5 GW neue Photovoltaik-Leistung installiert wird. Bleiben die Neuinstallationen tatsächlich in diesem Zielkorridor, wird die Einspeisevergütung ab sofort nur noch um 0,5% verringert.

4. Einschneidende Änderungen für große Photovoltaikanlagen: Direktvermarktung und Marktprämie

Bei allen Kürzungen gibt es auch eine Anhebung: Solarstrom aus PV-Anlagen mit einer Leistung von 10 kWp bis 1GWp, wird seit dem 01. August 2014 mit 0,3 Cent je eingespeister Kilowattstunde mehr vergütet.

Allerdings wird für gewerbliche Photovoltaikanlagen, welcher größer als 500kWp sind, seit August 2014 keine Einspeisevergütung mehr gezahlt - ab 2016 gilt diese Regelung sogar schon für gewerbliche PV-Anlagen ab einer Größe von 100kWp. Natürlich der Solarstrom aus diesen Anlagen komplett selbst verbraucht werden. Wer dies nicht schafft, muss daher dann seinen Strom selbst an der Strombörse verkaufen. Dies nennt die Bundesregierung "verpflichtende Direktvermarktung".

Der Preis pro Kilowattstunde Solarstrom aus der Vermarktung an der Strombörse wird erwartungsgemäß geringer ausfallen, als die Einspeisevergütung. Damit solche Solarstromanlagen nicht gänzlich unrentabel werden und um die Betreiber für den Mehraufwand zu entschädigen, zahlt der Staat eine Marktprämie aus.

5. Ökostrom-Privileg entfällt

Der ein oder andere Photovoltaikanlagen-Betreiber hat seinen Strom an Mieter oder umliegende Nachbarn verkauft. Da der Solarstrom als Grünstrom (Ökostrom) behandelt wurde, galt eine um 2 Cent reduzierte EEG-Umlage. Dieses Privileg gilt seit dem 01.08.2014 leider nicht mehr.

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Contact Person Autor des Artikels: Jascha Schmitz - Redakteur der Umweltportale: Solaranlagen-portal.de | Ihr-BHKW.de | Ihre-Waermepumpe.de | klaeranlagen-vergleich.de

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