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Photovoltaik in Spanien - Infos
Photovoltaik in Spanien - Infos
Hallo,
da mein E-Mail Konto mit Anfragen bezüglich Photovoltaik in Spanien platzt, hier einmal die wichtigsten Infos, die ich per E-Mail aus zeitlichen Gründen nicht mehr beantworten kann:
Grundstücke:
Da ich zur Zeit mit einigen Projekten in der Antragsphase bin, bleibt mir nicht die Zeit, nach weiteren Grundstücken Ausschau zu halten. Daher kann ich zur Zeit diesbezüglich nichts anbieten. Wer mir allerdings schreibt, was und in welcher Grösse er projektmässig plant, kann ich gerne darauf zurückkommen, wenn ich wieder etwas habe. Nur kann dies etwas dauern und leider ist jetzt nicht mehr viel Zeit zum Warten...
Wer selbst suchen will sollte folgende Kriterien unbedingt beachten:
Freilandprojekte:
1. Es muss die doppelte Grösse gesucht werden, als mit dem Projekt geplant ist, da 50 % des Grundstückes freibleiben muss. Ausserdem würde ich noch ein bisschen mehr einplanen, da auch Regelungen wie die Freihaltung von 15 metern zu Strassen und Wegen eingehalten werden müssen und dieser Platz je nach Situation variieren kann, wenn das Grundstück nicht gerade quadratisch ist...
2. Es sollten mehrere Stromlinien vorhanden sein, wenn man mit einem Einspeisepunkt in der Nähe des Grundstückes kalkulieren will, da viele Linien bereits mit Anträgen belegt oder aber zu alt sind und somit kostenaufwendig erneuert werden müssten.
Dabei kommt nur eine media Tensión ( 20 bis 30 KV ) Linie in Frage; alles was darüber ist, ist alta Tensión und fordert für die Einspeisung einen Bau einer Subestación ( Stromzwischenstation, Kosten für den Bau mehr oder weniger mal eben etwa 5 Mio €...;) ). Wer also nicht gerade ein 20 Mw - Projekt plant, wird kaum diese Kosten tragen können und kann somit an einer alta Tensión nicht einspeisen.
Die besten Chancen hat man, wenn man ein Grundstück in der Nähe einer bereits bestehenden Subestación findet; hier ist die Wahrscheinlichkeit, dass man dort einen Einspeisepunkt bekommt am grössten.
3. Bei der Wahl des Grundstückes ist die günstigste Variante unbebaubares Ackerland = Terreno Rustico no urbanizable
die üblichen Verkaufspreise im Hinterland ( in Stadtnähe kaum bezahlbar..) sind so zwischen 3,- und 4, € pro m2, in der Nähe einer Subestación kann es auch schon mal 5,- bis 6,- pro m2 sein.
Von einer Pacht würde ich persönlich immer absehen, da meist nur Verträge von 15 Jahren gemacht werden und es hinterher fraglich ist, ob der Vertrag dann noch verlängert wird, wenn der Eigentümer beispielsweise verstirbt...
Ausserdem sind die Pachtpreise meist erheblich teurer als wenn man es gleich kauft, es dann sein Eigentum ist und man damit machen kann was man will und wann man will.
Wenn beispielsweise die Leistung der Anlage nach 30 Jahren nichts mehr bringt, hat man trotzdem den Einspeisepunkt und kann eine neue Anlage erstellen...
4. Desweiteren muss bei der Wahl unbedingt darauf geachtet werden, dass das Grundstück auf keinster Weise geschützt, also "Terreno rustico no urbanizable, NO PROTEGIDO", oder auch "Suelo común" ist.
Es darf auf keinen Fall irgendeinen Schutz wie otras protecciones, protegido forestal, protegido agricola, protegido .....etc. und auch keinen Viehweg ( Vía pecuaria ) in der Nähe haben, da es ansonsten sein kann, dass man die Bürgschaft hinterlegt, aufwendig sein Projekt plant und erstellt und dann nach einem Jahr, wenn die Declaración de interés de Comunitario ihre Antwort schickt, man plötzlich keine Genehmigung aus diesem Grunde bekommt und sich somit ruiniert hat.
Dies kann man jedoch über bestimmte Programme innerhalb einer halben Stunde abfragen und erspart sich so verlorene Zeit, in der man sich mit etwaigen geschütztem Grundstück beschäftigt hätte.
5. Desweiteren sollte man darauf achten, dass mit dem Eigentümer statt eines Kaufvertrages zur Reservierung ( Compra Venta ) nur ein Optionsvertrag ( Opción de Compra ) erstellt wird, da man sich mit einem Compra Venta - Vertrag automatisch nach dem Gesetz zum letztendlichen Kauf verpflichtet.
Obendrein würde ich immer versuchen, den Vertrag ohne Anzahlung bis zum Einspeisepunkt auszuhandeln; wenn nicht möglich, die Anzahlung so gering wie möglich zu halten, da diese bei Nichtvergabe des Einspeisepunktes in der Nähe und somit Nichtkauf des Grundstückes verloren geht.
6. Bei der Wahl von Terreno Rustico no urbanizable gibt es einen Haken:
Es muss eine Bodennutzbarkeitsüberprüfung beantragt werden ( Declaración de Interés de Comunitario ). Diese wird normalerweise genehmigt, wenn das Grundstück nicht auf irgendeinen Art geschützt ist, sie hat nur den Nachteil, dass die Überprüfung bis zu 1 Jahr oder länger dauern kann und man vor Genehmigung mit seinem Projekt nicht anfangen kann. Da jedoch nun die Antragssteller noch ca. 1 Jahr Zeit haben, ihre Anlage zu bauen und danach die Tarife gesenkt werden, könnte dies problematisch werden.
Eine eventuelle Verkürzung dieses Antrages oder zumindest eine Absicherung, dass er auch wirklich genehmigt wird, ist möglich, jedoch nur über Kontakte, die eine sichere Vorabauskunft erbringen können. Wer sich nicht sicher ist, kann eine Voranalyse des Bodens erstellen lassen, die ca. 1 - 2 Wochen dauert und eine gewisse Sicherheit gibt, ob die Declaración de Interes Comunitario genehmigt wird oder nicht. Hier kann ich weiterhelfen, allerdings nicht kostenlos.
Wer all diese Risiken vermeiden bzw. vermindern will kann auch auf folgende, einfachere Alternative zurückgreifen:
Terreno Industrial / Industriegelände
Hier sieht die Sache wesentlich einfacher aus, hat aber auch seine Nachteile:
Vorteile:
- Es muss keine Declaración de Interes de Comunitario erstellt werden, da Industriegelände immer geeignet ist, damit spart man sich eine Menge Zeit und vor allen Dingen Risiko.
- Eine Baugenehmigung ist auch sicher, da Photovoltaik zur industriellen Produktion von Strom dient.
- Es müssen keine 50 % freigehalten werden und Abstände zu Strassen sind geringer.
Nachteile:
- sehr teuer, mindestpreis für Suelo industrial urbanizado: 120,- € / m2
Suelo industrial no urbanizado: 60,- € / m2 mit dem Haken, dass erst die urbanización beantragt und gebaut werden muss ( sprich Strassen, Wege etc...) und dies sehr teuer und obendrein sehr zeitaufwendig und kompliziert ist.
Das sind erst einmal so die wichtigsten Punkte, die man bei der Grundstückswahl beachten muss; News über die Bürgschaft, Probleme und Risiken der Bodennutzbarkeitsüberprüfung u. a. werde ich im nächsten Bericht behandeln; nun muss ich erst mal schlafen gehen…. ;)
Wer ansonsten Hilfe im gestorischem Bereich bezüglich der Anträge, Übersetzungen, Kontakte...etc. etc. etc. benötigt, kann mich unter
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kontaktieren ( Hinweis: ist dann nicht mehr unbedingt kostenlos, muss ja auch von etwas leben ;) )
Buenas Noches
Viele sonnige Grüsse,
Stefanie Kopka
Contecsolar, S.L.
Avda. Arquitecto Alfredo Simón, 18 bajo
46520 Puerto de Sagunto (Valencia, Spanien)
Tel: +34 962 677 403
email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Re: Photovoltaik in Spanien - Infos
So, gibt mal wieder Neuigkeiten:
1. Da ich zur Zeit mit Projekten ausgelastet bin, vermittel ich keine Grundstücke mehr und habe auch keine Zeit für Genehmigungsverfahren. Sorry :smt047
2. Bezüglich der Preise für Industriegelände muss ich mich verbessern:
Industriegelände, das bereits urbanisiert ist, wird mit Preisen von 700,- € / m2 aufwärts gehandelt...zumindest in meinem Raum ( Valencia ). Aufgrund dieses Horrorpreises sehe ich persönlich von einem Kauf ab...
Wenn es nicht urbanisiert ist, kann man es auch vergessen, da eine urbanisierung mind. genauso viel kostet und man obendrein noch ca 6 bis 12 Monate warten muss...
Bleibt die Pacht von Industriedächern: Hier sollte man besonders darauf achten, dass das Dach nicht verschuldet ist...
Weitere Neuigkeiten:
tigla;2506 hat geschrieben:
Hier meine Frage(n): Welche Genehmigungen lassen sich (speziell auf kommunlaer Ebene) bereits vor Stellung der Avale einholen???
Kurz und klar: keine.
Hier nochmals die Schritte, die vor dem Antrag auf Einspeisung, notwendig sind:
1. Versuchen, durch Beziehungen oder bekannte spanische Ingenieure an Vorabinformationen der Iberdrola oder Endesa zu bekommen.
Da die Verfügbarkeit von Einspeisepunkten in Spanien immer geringer wird, ist es notwendig, vorab zu wissen, wo noch etwas geht. Diese Informationen muss der Stromabnehmer jedoch nicht geben; d. h. es werden nur mündliche "Tipps" an Personen gegeben, die Beziehungen zu Mitarbeiter haben oder aber Ingenieure, die durch schon realisierte Projekte bekannt und somit ernst zu nehmen sind.
Etwaige deutsche Interessenten, Ingenieure oder auch grosse Firmen werden nicht bevorzugt behandelt, weil einfach zu viel beantragt, geredet und rumgetönt wurde und dann nichts realisiert wurde. Ernst genommen wird man erst, wenn man den Aval vorgelegt hat.
2. Wenn man diese Vorabinformationen hat und weiss, wo man noch einspeisen kann, sollte man sich gezielt dort nach einem passenden Grundstück umschauen.
Dabei sollte man sich im Klaren sein, dass die Spanier keine Hinterwäldler mehr sind und wenn man an einer Subestación einspeisen kann, dies auch schon jeder Dorfbewohner weiss und man somit keine Preise mehr für 1,50 - 2,50€ pro m2 finden wird. Es sollte vielmehr mit Preisen von 6,- bis 20,- € pro m2 gerechnet werden.
Es nützt einem gar nichst, wenn man vorab schon ein Grundstück hat und dann die Anträge mit dem Aval stellt, um dann hinterher zu erfahren, dass das gesamte beantragte Gebiet bereits übersättigt ist und kein Strombedarf mehr besteht und man somit keinen Einspeisepunkt bekommt. Dies ist beispielsweise seit längerem in Albacete, Almansa, Cuenca, Alicante, Requena und vielen anderen Orten der Fall...
3. Wenn man das Grundstück hat, sollte man es sich schleunigst mit einem Optionsvertrag vor dem Notar sichern, bevor die Preise erhöht werden oder das Grundstück gar andersweitig verkauft wird.
4. Dann kann man die notwendigen Voranträge stellen:
-Solicitud informe urbanistica beim Ayuntamiento
( Antwort dauert ca. 2 bis 4 Wochen und ist für den Einspeisepunktantrag notwendig ):
Dieser Antrag gibt Auskunft, ob das Grundstück in irgendeiner Form unter Naturschutz steht, wie beispielsweise Protegido Agricola, Protegido forestal...etc. und ob überhaupt eine Möglichkeit besteht, dass man dort Photovoltaik installieren kann.
Wenn man sich die Warterei auf die Antwort sparen will, gibt es spezielle Programme, womit man vorab schauen kann, ob das Grundstück geschützt ist oder in irgendeinem Naturparkplan steht. Dies sollte man so oder so in Erfahrung bringen, da das Ayuntamiento nicht immer genau arbeitet und es hinterher sein kann, dass die Bodennutzbarkeitsüberprüfung ( DIC ) nach einem Jahr nicht genehmigt wird, weil der Boden stark unterwässert ist, in einem Naturplan steht, an einem Graben liegt...etc. etc. etc.
- Solicitud de instalaciónes en regimen especial
Dieser Antrag muss vorab gestellt werden, da die Referenznummer, die man bekommt, wenn man diesen Antrag abgibt, in der Bürgschaft stehen muss. Dieser wird bei der Consellería gestellt und sollte von einem spanischen Ingenieur ausgefüllt werden.
- Declaración de interes de comunitario ( DIC )
- Declaración de impacto ambiental ( DIA )
- Estudio de integración paisajistica
Diese Anträge gehören zusammen zur Umweltschutzüberprüfung für Terreno Rustico und sollten so früh wie möglich gestellt werden, da die Antwort 1 bis 1 1/2 Jahre dauern kann. Diese Anträge sollten auch von einem spanischen Ingenieur gestellt werden.
Ja, wenn man das alles erledigt hat und bisher keine Problem mit dem Grundstück aufgetaucht sind, kann man nun starten:
Aval hinterlegen und Einspeisepunkt beantragen
Und dann geht´s erst richtig zur Sache....
So, ich glaube, ich hab euch genug geholfen; weitere Infos irgendwann wieder einmal...
Viele Grüsse,
Stefanie
Viele sonnige Grüsse,
Stefanie Kopka
Contecsolar, S.L.
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Re: Photovoltaik in Spanien - Infos
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