Wärme und Strom aus dem Dachziegel

Die Panotron AG aus Kirchberg bei Bern hat einen Dachziegel mit Hybrid- Solarmodulen entwickelt, die neben Sonnenstrom auch warmes Wasser erzeugen. Der Prototyp des Solarziegels läuft seit Herbst 2009 auf einem Schweizer Testdach. Im Juni 2010 hat Panotron erstmals auf der Fachmesse Intersolar Europe in München das neue Solarenergiesystem präsentiert. Über das Dach kann in Kombination mit einer Wärmepumpe ein Großteil des Wärmebedarfs eines Hauses bereitgestellt werden. Zugleich erzeugt der Kunde mit den ästhetisch ansprechenden Photovoltaikziegeln auch erneuerbaren Solarstrom. Im Juni 2010 führt das junge Unternehmen das innovative Hybridsystem auf dem deutschen Markt ein.

„Wir wollten ein System schaffen, das Strom und Wärme dort produziert, wo sie auch verbraucht werden“, erklärt Martin Bieri, Entwicklungsleiter bei der Panotron AG und Erfinder des Systems. Ein weiteres Anliegen war die Ästhetik. Vom Boden aus kaum sichtbar, eignet sich der schwarz eingefärbte Tonziegel mit Solarmodul auch für die Integration in
denkmalgeschützte Gebäude sowie bei strengen Gestaltungsanforderungen und architektonisch anspruchsvollen Lösungen.

Aluminiumprofile transportieren Wärme, Strom und Daten

Das System ist baukastenartig aufgebaut und kann etappenweise aufgerüstet werden. Dabei ist es sehr flexibel und passend für jede Dachform; Fenster oder Dacheinschnitte lassen sich einfach aussparen. Die spezielle 48Volt Systemspannung ermöglicht einzigartige Vorteile bei Teilverschattungen. Pro Quadratmeter erzeugt das begehbare und hagelsichere Solarenergiesystem 72 Watt elektrische und mehr als 100 Watt thermische Energie. Dabei ist die Montage denkbar einfach. Die Tonziegel werden in speziell entwickelte Aluminiumprofile eingehängt, die die sonst üblichen horizontalen Holzdachlatten ersetzen. Hinter den in elf Farben erhältlichen Ziegeln findet die Wärmegewinnung statt. In den Aluminiumprofilen transportiert eine frostsichere Wasser-Glykol-Mischung die gewonnene thermische Energie zur Wärmepumpe. Außerdem sind hier die elektrischen Leitungen untergebracht, die den Strom von den Photovoltaikmodulen zu den Wechselrichtern leiten. Jedes Modul ist mit einer Kontrolllampe ausgestattet, so dass der Dachdecker sofort feststellen kann, ob jedes einzelne Modul korrekt angeschlossen ist. Über eine zentrale Datenkommunikationssoftware können sowohl vom Kunden als auch vom Installateur die Erträge und die Funktion der Solaranlage aus der Ferne überwacht und optimiert werden. Internetbasiert sendet die Software Leistungsdaten über eine Fernsteuerfunktion an beliebige Standorte.

Mehr Informationen: www.panotron.com