Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz berät kostenlos zu PV-Angeboten

Kürzlich hat die Bundesregierung eine schrittweise Senkung der Einspeisevergütung für Photovoltaik–Anlagen (PV-Anlagen) beschlossen. Seither sind viele Hausbesitzer unsicher, ob die Anschaffung noch wirtschaftlich ist. Als Entscheidungshilfe bietet die Energieberatung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz eine Checkliste sowie eine kostenlose computergestützte Berechnung mit Stromertragssimulation an. Im Ergebnis erhalten Ratsuchende eine erste Information zur Dimensionierung der Anlage mit Aussagen über den zu erwartenden Stromertrag und zur Wirtschaftlichkeit.

“Bei gut ausgerichteten Kleinanlagen ändert sich derzeit nicht viel an der Wirtschaftlichkeit, da die Preise für die PV-Module in den letzten Monaten gesunken sind”, sagt Hans Weinreuter, Energiereferent der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Ob sich eine Solaranlage finanziell rechnet, hängt vor allem von der Ausrichtung des Daches, der Sonneneinstrahlung sowie der Größe, dem Wirkungsgrad und dem Preis der Anlage ab. Nach den Erfahrungen der Verbraucherzentrale geht so manches Verkaufsangebot von einem sehr optimistischen Ertrag der Anlage aus. “Unsere Berechnung ersetzt nicht die Anlagenplanung durch den Installateur”, so Weinreuter. “Sie hilft aber bei der Einschätzung, ob die Angaben der Anbieter realistisch sind.”

Rückwirkend zum 1. Juli 2010 waren die Fördersätze für die Einspeisung des PV-Stroms um bis zu 13 Prozent gesenkt worden, zum 1. Oktober 2010 werden sie um weitere 3 Prozent reduziert. 2011 und 2012 werden die Zuschüsse noch einmal reduziert. Die genaue Höhe der künftigen Förderung ist davon abhängig, wie stark der Markt wächst. Wie wirtschaftlich PV-Anlagen in Zukunft betrieben werden können, wird von Faktoren wie Einspeisevergütung, Entwicklung der Strompreise und Kosten für Photovoltaikmodule beeinflusst. In den vergangenen Jahren ist der Preis für Solarmodule um mehr als 30 Prozent gesunken. Dies hat vor allem die Wirtschaftlichkeit größerer Anlagen mit mehr als 10 kWp installierter Leistung deutlich verbessert.

Wer kein geeignetes Dach hat, muss trotzdem nicht auf eine Investition in den Sonnenstrom verzichten: Bürgersolarparks und Genossenschaften bieten die Möglichkeit, sich an Großanlagen zu beteiligen. Wer selbst nicht investieren will, aber über große Flächen verfügt, kann auch über die Verpachtung seines Daches die Nutzung der Sonnenenergie fördern und dabei ein paar Euro hinzu verdienen. Hierzu kann die Dachflächenbörse auf Solaranlagen-Portal.de genutzt werden.

Wer über eine Photovoltaik-Anlage nachdenkt, findet die Checkliste sowie den Fragebogen für die Wirtschaftlichkeitsberechnung auf der Internetseite der Energieberatung unter www.energieberatung-rlp.de. Nach Einsendung eines mit 1,45 € frankierten DIN A4 Rückumschlags an die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Postfach 41 07 in 55031 Mainz werden die Unterlagen auch per Post zugeschickt. Dieses Angebot ist dank einer Förderung durch das Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz kostenlos möglich.

Persönliche Beratung durch die Energieberater der Verbraucherzentrale findet an mehr als 60 Orten in Rheinland-Pfalz statt. Terminvereinbarung über das Energietelefon der Verbraucherzentrale unter 01805 60 75 60 20 (14 Cent pro Minute aus dem Netz der Deutschen Telekom; aus den Mobilfunknetzen maximal 42 Cent pro Minute) ist erforderlich. Telefonzeiten sind Montag und Donnerstag 10 bis 13 Uhr und 14 bis17 Uhr, Dienstag 9 bis13 Uhr und 14 bis18 Uhr.

Mehr Informationen: www.energieberatung-rlp.de