Kieback&Peter Technik begleitet Ausstieg aus fossiler Energieversorgung im sozialen Wohnungsbau

Tschuess Oel ciao Gas
(solaranlagen-portal.de) 03.04.2007 – In der zweiteiligen Fernseh-Dokumentation „Tschüss Öl, Ciao Gas!“ berichtete die ARD im März (Das Erste, 19.03 und 26.03., jeweils 21 Uhr) über die Umstellung einer Hochhaussiedlung in Karlsruhe auf regenerative Energien. Im Film spielte Kieback&Peter keine Hauptrolle. Anders war und ist es bei der Regelung der Anlagen, mit denen diese umweltfreundliche Energieversorgung realisiert wurde. Kieback&Peter lieferte und installiert die Regeltechnik für die neuen Anlagen. Diese sorgt heute mit für den umweltfreundlichen und effektiven Betrieb und unterstützt die wissenschaftliche Begleitung und Auswertung des in Deutschland bisher einmaligen Projektes.
Initiator des Projektes ist die Karlsruher Volkswohnung GmbH, eines der größten Wohnungsunternehmen Baden-Württembergs. Das Unternehmen stellte sich die Frage, ob der Umstieg auf erneuerbare Energien auch im sozialen Wohnungsbau machbar ist, ohne die meist nicht sehr zahlungskräftigen Mieter mit hohen Mieterhöhungen zu belasten. Sie entschied sich, für vier Hochhäuser der Rheinstrandsiedlung im Karlsruher Stadtteil Daxlanden mit insgesamt 136 Wohnungen diesen Versuch zu wagen. In zweien der Häuser wurde das Projekt durch ein Fernsehteam für die Wissenschaftsredaktion des SWR in der zweiteiligen Langzeitdokumentation “Tschüss Öl, Ciao Gas!” dokumentiert.
Energetische Sanierung
Von den vier weitgehend baugleichen Hochhäusern mit je neun Geschossen, erbaut zwischen 1967 und 1968, waren zwei bereits 2002 energetisch saniert worden. Die beiden restlichen Hochhäuser wurden 2006 ebenfalls mit einem hohen Wärmedämmstandard energetisch saniert. Unter anderem wurden Fassaden, Dächer und Keller wärmegedämmt, Fenster und Türen ausgetauscht sowie die Haustechnik (Sanitär, Elektro, Lüftung, Heizung) von Grund auf erneuert. Heute unterschreiten die sanierten Häuser die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) deutlich und bewegen sich auf dem Niveau von Neubauten. Die gesamte bauliche Modernisierung der beiden Gebäude (ohne die Umrüstung der Heizzentrale) hatte ein Volumen von rund 4,15 Mio. Euro.
Holzpellets statt Erdgas in der Heizzentrale
Um die Häuser von fossilen Energieträgern unabhängig zu machen, prüfte die Volkswohnung verschiedene Möglichkeiten, zur Versorgung der vier Häuser mit Wärme und Warmwasser anstelle der bisherigen Gaskessel regenerative Energien einzusetzen, zum Beispiel die thermische Solarnutzung (Warmwasser), Photovoltaik (Solarstrom), Wärmepumpen, Erdwärme und Pflanzenöl. Die Entscheidung fiel auf Holzpellets, weil sie die modernste und umweltschonendste Form der Holzheizung ermöglichen. Installiert wurden zwei Pellet-Kessel mit jeweils 300 kW Leistung. Zusätzlich wurde zur Grundversorgung ein Rapsöl-Blockheizkaftwerk installiert, das neben Wärme auch Strom produziert.
Die Pellets geben beim Verbrennen nur so viel Kohlendioxid ab, wie die Bäume zuvor beim Wachsen aufgenommen hatten, d.h. sie sind „klimaneutral“, was auch für Rapsöl gilt. Schon alleine die energetische Sanierung führte im Vergleich zum Ausgangszustand zu einer Reduzierung der CO2-Bilanz um 69 Prozent. Die Umstellung der Heizzentrale auf Holzpellets statt Erdgas führte zu einer CO2-Einsparung von 94 Prozent.
Neben dem Aspekt Klimaschutz sind ist die Umstellung auf regenerative Energien aber auch wirtschaftlich interessant. Dr. Reinhard Jank, Energiebeauftragter der Volkswohnung und einer der „Manager“ des Projektes. „Fossile Energien werden immer knapper und damit auch immer teurer. Für die Mieter werden die steigenden Nebenkosten zum großen Problem. Wir wollten zeigen, dass wir aus dieser Preisspirale aussteigen können.“
Moderne und transparente Regelung mit Automationssystem DDC3000
Die Anlagen werden durch das Automationssystem DDC3000 von Kieback&Peter geregelt und überwacht. Eine Automationsstation steuert die Kessel in Kesselfolgeschaltung und abhängig von der Außentemperatur. Außerdem ist eine Gebäudeleittechnik Neutrino-GLT installiert. An den Abgängen zu den Hochhäusern und in den Hochhäusern befinden sich Wärmemengenzähler. Diese kommunizieren mit dem Automationssystem und der Neutrino-GLT ebenso wie die Kessel und das BHKW über M-Bus.
Die Neutrino-GLT macht den Zugriff auf die Anlagen-Daten über Internet möglich. Über PHWEB können die GLT-Leitzentralen über jeden Webbrowser bedient werden. Volkswohnung und Stadtwerke haben so direkten Zugriff auf die Anlagen- und Verbrauchsdaten. Die Hersteller der Kessel und des BHKWs können ihre Anlagen kostengünstig fernwarten. Und nicht zuletzt haben auch die Projektpartner, die das Projekt wissenschaftlich begleiten, wie die Fachhochschule, Zugriff auch die Anlagendaten. Mit dem Softwaremodul „Energiemanagement“ lassen sich zum Beispiel sehr einfach und schnell detaillierte Berichte erstellen.
Mieter profitieren
Aufgrund der Kosten der Modernisierung musste zwar die Kaltmiete erhöht werden. Dafür sinken nach der Sanierung durch der Energieeinsparung die Kosten für Heizung und Warmwasser, sodass die Warmmiete (Kaltmiete + Kosten für Heizung und Warmwasser) nach der Modernisierung sogar etwas geringer ist, als sie für den Mieter ohne Modernisierung wäre. Dr. Reinhard Jank: „Unsere Rechnung sieht so aus, dass die Kaltmieterhöhung im wesentlichen durch niedrigere monatliche, bzw. jährliche Energiekosten kompensiert wird. Das heißt, für den Mieter ist das Ganze kostenneutral.”
Alleine aufgrund der baulichen Sanierungsmaßnahmen können nach der Modernisierung sogar ohne Veränderung des Heizverhaltens von den Bewohnern rund zwei Drittel der Heizenergie eingespart werden. Beherzigen die Mieter zusätzlich die Empfehlungen aus der im Rahmen des Projektes geplanten kontinuierlichen (kostenlosen) Energieberatung, sind mehr als 70 Prozent Energieeinsparung möglich.
Weitere Informationen über die Sendung und das Projekt finden sie beim SWR (http://www.swr.de/-/id=1459800/property=download/1ajxb66/index.pdf).
Ansprechpartner:
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Zuständigkeitsbereich: TEMA Technologie Marketing AG
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