Die Wiesbadener Umweltdezernentin Rita Thies hat Anfang November mitgeteilt, dass die hessische Landeshauptstadt ein „Solarkataster“ in Auftrag gegeben hat , das flächendeckend die für Sonnenwärmeenergiegewinnung und Fotovoltaik geeigneten Dachflächen erhebt. Aktuell speisen rund 145 Sonnenenergieanlagen auf privaten Dächern rund 735.000 Kilowattstunden Strom im Jahr in das Stadtnetz ein. „Zusammen mit den bislang realisierten Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden und der geplanten Solaranlage auf der Deponie wird mit einer Stromproduktion von insgesamt etwa 1,7 Gigawattstunden der Anteil der Solarenergie am Endenergieverbrauch gerade mal 0,02 Prozent betragen. Die Bemühungen um eine stärkere Nutzung der Solarenergie müssen demnach erheblich verstärkt werden, um die Ziele zum Klimaschutz zu erreichen“, erläutert Thies.
Das WiesbadenerUmweltamt erstellt jetzt ein Konzept, das die verstärkte Nutzung von Sonnenergie ermöglicht. Dazu sind bessere Informationen über geeignete Flächen notwendig. „Unter anderem bestimmen Dachform und -größe, die Neigung und die Ausrichtung darüber wie viel Sonnenenergie an einem Standort gewonnen werden kann. Diese Grunddaten zu gewinnen, war bislang mit einem sehr hohen Zeit- und auch Kostenaufwand verbunden. Nun ist es aber möglich, auf die Daten zurückzugreifen, die durch die automatische Auswertung von bereits vorhandenen Luftbildern vorliegen. So kann man einfach und kostengünstig die Standorte ermitteln, die für die Gewinnung von Sonnenenergie optimal geeignet sind“, so Thies. Die Methode wurde im Rahmen des Forschungsprojektes SUN-AREA entwickelt und in Osnabrück erprobt.
Die Stadt Wiesbaden verfügt über günstige Voraussetzungen für die Anwendung dieser Methode, da die notwendigen Grundlagendaten in der benötigten Auflösung aus der Laserscannerbefliegung 2006 vorliegen und hochaktuell sind. „Unter Beachtung der Datenschutzbestimmungen, darauf lege ich großen Wert, wird das fertige Kataster, mit dessen Fertigstellung ich bis Frühjahr 2009 rechne, im Internet einsehbar sein. Dann können private Eigentümer das Sonnenenergiepotenzial ihres Hauses oder Grundstücks schnell und kostenfrei ermitteln. Auch Investoren können bei Anfragen gezielt und schnell über geeignete Liegenschaften informiert werden“, erläutert die Umweltdezernentin. Die Kosten für die Erstellung des Katasters betragen 53.550 Euro. Die Finanzierung erfolgt jeweils zur Hälfte durch die Stadt und durch Mittel des ESWE Innovations- und Klimaschutzfonds.
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