Solare Sanierung senkt Energiekosten

Die Solarmodernisierung funktioniert auch im Wohnungsbestand und führt hier zu niedrigeren Wohnkosten für Mieter. Das sind für den Deutschen Mieterbund (DMB) und den Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) die zentralen Ergebnisse eines 2006 begonnenen und jetzt abgeschlossenen solaren Sanierungsprojekts in Berlin. In der Wohnanlage in Berlin-Reinickendorf mit sieben Gebäuden und 304 Wohneinheiten im Nahwärmeverbund wurde im Zuge der Sanierungsmaßnahmen die zentrale Kesselerneuerung durch den Einbau moderner Regeltechnik und Sonnen-Kollektorenfelder ergänzt. Die Warmwasserversorgung von dezentralen Gasdurchlauferhitzern wurde auf eine zentrale Versorgung
unter Einbindung von Solarenergie umgestellt.

Durch die Umstellung konnten die Heizkosten um rund ein Drittel gesenkt werden, der Energieverbrauch sankt um ein Viertel und die Co2-Emissionen um ein Fünftel. Jochen Icken, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Märkische Scholle, zieht eine positive Bilanz der Maßnahmen: „Durch den Einsatz von Solarwärme konnten die Kosten für Heizung und Warmwasser um rund ein Drittel gesenkt werden. Solarwärme rechnet sich in der Wohnungswirtschaft und leistet einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz.

Die energetische Modernisierung und der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energien im
Wohnungsbestand sind für den Deutschen Mieterbund alternativlos. Dazu erklärt Mieterbund-
Präsident Dr. Franz-Georg Rips: „Für Mieter ist die Entwicklung der Gesamtmiete von entscheidender Bedeutung. Wer 33 Prozent weniger Heizkosten zahlen muss, akzeptiert eine Mieterhöhung, mit der 11 Prozent der Modernisierungskosten umgelegt werden. Wichtig für Mieter ist, dass unter dem Strich die Warmmiete nicht steigt, sondern sogar sinkt.“ Im Falle der Märkischen Scholle wurde sogar darauf verzichtet, die Modernisierungsmaßnahme auf die Kaltmiete umzulegen.

Neben den Bundeszuschüssen aus dem Marktanreizprogramm des Bundesamtes für Wirtschaft können auch regionale Förderprogramme den Weg zu mehr Solarthermie im Wohnungsbau ebnen. In Berlin unterstützt die GASAG mit ihrem Programm Erdgas & Solar XXL den Einsatz Erneuerbarer Energietechnik. „Solarwärme ist die regenerative Energie Nr. 1 für eine Großstadt wie Berlin“, sagt Dr. Henning Borchers Hauptabteilungsleiter Handel und Vertrieb GASAG: „Tausende Mehrfamilienhäuser mit geeigneten Dachflächen bilden ein enormes Einsatzpotenzial für die Kombination von Solarwärme mit dem CO2-armen fossilen Energieträger Erdgas.“
Innerhalb eines Jahres sind bei der GASAG bereits 71 Anträge auf Förderung von Machbarkeitsstudien durch Planungsbüros eingegangen, allein die Hälfte davon für kommunale Wohnungsunternehmen.

Mehr Informationen: www.mieterbund.de