Spanien erhofft sich durch neue Standards Energieeinsparungen zwischen 30 und 40 Prozent bei jedem Gebäude.
“Wir müssen verlorene Zeit aufholen”, sagte die spanische Umweltministerin Cristina Narbona. Mit neuen Gebäudevorschriften will Spanien den wachsenden Energieverbrauch eindämmen. So soll der Einbau von Solaranlagen künftig Pflicht in allen neuen und renovierten Häusern sein.
Derzeit stammen die Gebäudestandards noch aus den siebziger Jahren. Das neue Gesetz wird erst im März 2007 vollständig in Kraft treten, aber die Elemente zur Energieeffizienz gelten bereits seit Ende September. Nach neuen Vorschriften müssen neu gebaute Wohnhäuser zwischen 30 und 70 Prozent ihrer Warmwasserversorgung durch Solaranlagen decken. Die Menge hängt von der Lage und dem zu erwartenden Wasserverbrauch ab.
Weitere Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz sind etwa eine bessere Isolierung der Häuser und eine bessere Wartung von Heizungs- und Kühlungsanlagen. Das Umwelt- und Bauministerium erwarten Energieeinsparungen zwischen 30 und 40 Prozent bei jedem Gebäude sowie eine Verminderung des Kohlendioxid-Ausstoßes um 40 bis 55 Prozent.
Die von der Bauwirtschaft prognostizierte Erhöhung der Baukosten durch die neuen Regelungen von acht bis zwölf Prozent bezeichnete die spanische Bauministerin Maria Antonio Trujillo als “absolut unwahr”. Sie rechnet mit Extrakosten in der Höhe von einem Prozent, die jedoch wegen der zu erwartenden Energieersparnisse ausgeglichen würden. (Ag.)

