Netzbetreiber nutzen Solarstromvorhersagen

Die EnBW Transportnetze AG hat die Meteocontrol GmbH damit beaufragt, Solarstromprognosen zu liefern. Damit sind die Systeme zur Online-Erfassung und Prognose der Solarstromproduktion des Augsburger Unternehmens bei allen vier deutschen Übertragungsnetzbetreibern im Einsatz. Neben der EnBW profitieren sowohl die Transpower Stromübertragungs GmbH (vormals Eon Netz), die 50Hertz Transmission GmbH (ehemals Vattenfall Europe Transmission) als auch die Amprion GmbH (zuvor RWE Transportnetz Strom) von dem Prognosemodell. Mit Hilfe der Vorhersagen kann die Solarenergie wirtschaftlich in die Übertragungsnetze integriert und effektiv bei der Kraftwerkseinsatzplanung sowie beim Handel an der Strombörse EEX berücksichtigt werden.

Durch den starken Anstieg der installierten Leistung netzgekoppelter Photovoltaikanlagen in den vergangenen Jahren gewinnen leistungsfähige Prognoseverfahren zur Solarstromeinspeisung an Bedeutung. Schon heute ist der eingespeiste Solarstrom ein nicht mehr zu vernachlässigender Faktor beim Betrieb und bei der Laststeuerung von Übertragungs- und Verteilungsnetzen. Die intensive Nutzung der Solarenergie ist aus technischen Gründen allerdings mit betrieblichen Herausforderungen für die Energieversorgungsunternehmen verbunden.

Netzbetreiber müssen in ihrem Versorgungsgebiet jederzeit ein Gleichgewicht zwischen Stromerzeugung und -entnahme im Netz sicherstellen. Starke Schwankungen der Strahlungsenergie oder ungenaue Annahmen zur erwarteten Solarstromeinspeisung verursachen einen zusätzlichen Bedarf an Regel- und Ausgleichsleistung. Dadurch steigen die Netzkosten. Das Meteonorm-Modell liefert ihnen in Echtzeit den aktuellen Betrag und den zeitlichen Verlauf der durch Photovoltaikanlagen erzeugten und eingespeisten Energiemenge für ihr Versorgungsgebiet. Darüber hinaus bietet es Vorhersagedaten für den zu erwartenden Verlauf der Solarenergie über mehrere Tage.

Das Prognoseverfahren basiert auf Satellitendaten sowie viertelstündlichen Erzeugungsdaten von mehreren hundert Photovoltaik-Referenzanlagen in Deutschland. Daraus können die Augsburger Experten für die nächsten 72 Stunden die genaue Entwicklung der Strahlungsenergie erfassen und prognostizieren. Erstmalig lassen sich mit dem Meteocontrol-Modell Solarstromprognosen sowohl bundesweit wie auch für spezifische Regelzonen erstellen.

Weitere Informationen: www.meteocontrol.com