In der Solarbundesliga klettert Mainz Schritt für Schritt in Richtung Tabellenspitze: Im Wettbewerb um die intensivste Nutzung der Sonnenenergie belegt die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt bei der gerade ausgewerteten Herbstmeisterschaft den neunten Platz unter den Großstädten. Im Bereich Stromerzeugung durch Photovoltaik rückte Mainz auf den 7. Rang vor. Spitzenreiter ist Ingolstadt. An der guten Platzierung der Domstadt im Bereich Photovoltaik sind die Stadtwerke Mainz AG, aber auch andere Unternehmen und viele Bürger beteiligt. Mainz kommt aktuell auf etwa 460 Anlagen mit einer installierten Photovoltaikleistung von rund 7.700 Kilowatt, also 7,7 Megawatt (MW). Diese Anlagen produzierten 2008 gut 4,4 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom und deckten damit rechnerisch den Bedarf von etwa 1.100 Haushalten.
Grundsätzlich hat sich die Stadtwerke Mainz AG ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Im Jahr 2020 sollen 20 Prozent des heutigen Mainzer Stromverbrauchs mit Erneuerbaren Energien wie Windkraft, Photovoltaik oder Geothermie erzeugt werden – aktuell sind es unter fünf Prozent. Ein Baustein dazu ist die Sonnenenergie. Daher hat sich Rio Energie als gemeinsame Tochter der Stadtwerke Mainz und der Firma Juwi bis zum Jahr 2012 die Lieferung von Solarmodulen mit einer Gesamtleistung von rund 50 MW gesichert. Diese Module eignen sich für größere Freiflächenanlagen. Eine davon ging Ende 2008 im hessischen Riedstadt in Betrieb. Die dortige Anlage wird von der Stadtwerke-Tochter ÜWG Solar betrieben und ist mit 26.900 Solarmodulen und einer Leistung von knapp 2 MW eine der größten Anlagen in Hessen.
Solche großen Anlagen lassen sich im Mainzer Stadtgebiet zwar kaum verwirklichen. Stadtwerke-Vorstand Detlev Höhne hofft aber auf die Realisierung des von den Stadtwerken vorgeschlagenen Energieparks auf dem Flugplatzgelände Layenhof. Dort wäre Platz für eine größere Photovoltaikanlage.
Um die ehrgeizigen Pläne der Stadtwerke zum Ausbau der Erneuerbaren Energien umzusetzen, braucht es aber weitere geeignete Standorte. „Wir denken daher jetzt auch darüber nach, größere Freiflächenanlagen außerhalb unseres Netzgebietes zu errichten“, bekräftigt Höhne. Dabei arbeiten die Stadtwerke auch mit Juwi zusammen – mittlerweile bestehen drei Joint-venture-Unternehmen mit dem Wörrstädter Unternehmen.
Neue Großanlagen außerhalb des Stadtgebietes wirken sich zwar nicht positiv auf die Mainzer Platzierung in der Solarbundesliga aus. Der Umwelt und dem Klima helfen sie dennoch. Doch auch in Mainz soll sich bei der Nutzung der Sonnenenergie noch viel tun: Detlev Höhne geht davon aus, dass der Stadtratsbeschluss zur stärkeren Berücksichtigung von Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden die Domstadt in der Solarbundesliga noch weiter nach vorne bringt. So ist beispielsweise die vom Entsorgungsbetrieb der Stadt Mainz erworbene Fläche auf dem ehemaligen Zementwerk in Weisenau bestens für Solardächer geeignet. Entsprechende Gespräche hierüber sollen demnächst beginnen.
Intensivieren würden die Stadtwerke gerne die Kontakte zu Investoren von Neubauprojekten. Bei diesen Projekten ließen sich Photovoltaikanlagen relativ einfach realisieren, wenn diese Anlagen frühzeitig in der Planung berücksichtigt würden. Oft sind es aber Datenschutzgründe, die hier den Kontakt zu den Investoren und später dann die Realisierung erschweren.
Hintergrund: Seit Frühjahr 2001 gibt es die Solarbundesliga. Seitdem findet der Solarsport in Deutschland immer mehr Anhänger. Derzeit spielen 1.280 Kommunen in der Liga mit. Sie repräsentieren fast 30 Millionen Menschen und somit mehr als ein Drittel der deutschen Bevölkerung. Die teilnehmenden Gemeinden nutzen eifrig die Energie aus der Sonne. Installiert haben sie insgesamt etwa 821.000 Kilowatt Leistung für Solarstrom und mehr als eine Million Quadratmeter für Solarwärme.
Mehr Informationen: www.stadtwerke-mainz.de

