Im Rahmen des Solarverein solid-Projektes Grosol (Große Solaranlagen) ist eine weiter Solaranlage montiert worden. Anfangs hatten sie sich für Solarstrom interessiert, erzählt Herr Peter vom Landhotel Seerose. Nachdem sie jedoch von einem örtlichen Heizungsbaubetrieb als auch von solid erfahren haben, dass Solarthermie gerade für Gebäude mit hohem Warmwasserbedarf wirtschaftlicher ist, viel die Entscheidung zu Gunsten der Sonnenwärme aus. Als Vergleich: Sonnenkollektoren liefern im Schnitt die vierfache Energiemenge (in kWh Wärme) im Vergleich zu Solarstrom-Module (in kWh Strom). Im April 2008 erfolgte eine Vor-Ort-Begehung durch solid. Dabei wurden die Dachfläche und der Heizungsraum auf Eignung überprüft. Die Daten des Gebäudes und der Anlagentechnik samt Energieverbrauch der letzten Jahre wurden auf einem Erhebungsbogen gesammelt und an für Großanlagen relevante Hersteller weitergeleitet. Dort erfolgte eine Vorabdimensionierung und Wirtschaftlichkeitsberechnung. Die unterschiedlichen Berechnungen wurden von solid geprüft und in einem Beratungsgespräch besprochen. Daraufhin wurden mehrere Angebote eingeholt, welche von solid auf Qualität, Vollständigkeit und Preis begutachtet wurden.
Um einen Zuschuss von 210 €/m2 Bruttokollektorfläche im Rahmen der Innovationsförderung von der BAFA zu erhalten, mussten vor Vorhabensbeginn, d.h. vor Abschluss eines Liefer- und Leistungsvertrags im Juli 2008, noch die Förderungsformulare und Unterlagen bei der BAFA eingereicht werden. Im Dezember 2008 wurde schließlich eine Förderung von mehr als 8.000 € genehmigt. Das Süddach des Landhotel Seeroses in Langenzenn/Horbach hat eine Neigung von etwa 40°. Im Heizungsraum wurden zuvor bereits zwei 2000 l große Pufferspeicher zusammengeschweißt, welche später, wenn alle Verrohrungen fertig installiert sind, als zentrale Wärmemanager eine wichtige Rolle für die gesamte Haustechnik spielen werden. Die Kollektoren speisen dann die gewonnene Sonnenwärme dort ein. Je nach Bedarf kann die bereitgehaltene Wärme für die Warmwasserbereitung oder die neun Heizkreise, bestehend aus Fußboden-Wandheizung und Heizkörper genutzt werden. Ist nicht ausreichend Wärme im Speicher vorhanden, heizt der vorhandene Gasbrennwertkessel nach, so dass den Gästen immer ausreichend Wärme zur Verfügung steht. Eine freiprogrammierbare Regelung regelt über Temperaturfühler das komplette System und macht auch eine Ertragskontrolle möglich.
Auf etwa 1.400 m2 Nutzfläche kann das Hotel Seerose in 35 Zimmer Gäste beherbergen, denen ganzjährig eine Sauna zur Verfügung steht. Der Warmwasserbedarf ist somit im Sommer wie Winter hoch, täglich müssen etwa 3000 l von 10°C auf 40°C erhitzt werden. Dies sind sehr günstige Bedingungen für eine Solaranlage, da durch die ganzjährige Auslastung geringere sommerliche Überschüsse anfallen. Der Heizkessel kann im Sommer weitestgehend stillstehen, da die benötigte Wärme von der Solaranlage bereitgestellt wird. Die alten Warmwasserspeicher wurden entfernt und durch eine Frischwasserstation, welche Wasser im Durchlaufverfahren erhitzt, ersetzt. Das spart Energie und ist hygienischer, da es damit nicht mehr nötig ist warmes Trinkwasser zu bevorraten und regelmäßig auf 60° C aufzuheizen. Die Kosten des kompletten Systems belaufen sich auf etwa 43.000 € abzüglich BAFA-Zuschuss. Nach Simulationsberechnungen wird mit einem solaren Deckungsgrad von 23% gerechnet, das entspricht Einsparungen von etwa 3.730 m3 Erdgas im Jahr und einer CO2-Einsparung von 7.086 kg.
Mehr Informationen: www.solid.de

