Gemeinde verbietet Photovoltaikanlagen

Die Gemeinde Reichenberg in Sachsen sorgt zurzeit mit dem Verbot von Photovoltaikanlagen auf ihren Dächern für Schlagzeilen. Nach Meinung des Gemeinderats würden sich Solarstromanlagen nicht mit der staatlichen Städteförderung vertragen. Mit dieser Begründung hatten die Ratsmitglieder ein Verbot von PV-Dachanlagen im Altort beschlossen. Bei vielen Bürgern stieß diese Gemeinderatsentscheidung auf Unverständnis. Im lokalen Gemeindeblatt hat der Bürgermeister von Reichenberg auf die Kritik reagiert und hat das Verbot mit den Förderbedingungen für die Städteförderung gerechtfertigt. So sollen Gebäude mit Photovoltaikanlagen auf dem Dach von staatlicher Finanzhilfe ausgeschlossen sein.

Der grüne Bundestagsabgeordnete Hans-Josef Fell hat bei einem Vortrag vor Ort in Reichenberg den Beschluss des Gemeinderates kritisiert. So wies der Bundespolitiker darauf hin, dass in Zukunft unter US-Präsident Obama auch in Amerika die Umstellung auf erneuerbare Energien wegen Klimaschutz und Bekämpfung der Rezession einen hohen Stellenwert haben wird. Ein Beschluss wie in Reichenberg sei demzufolge sehr problematisch. Er werde wie eine Bremse für Arbeitsplätze wirken, da Elektro- und Heizungshandwerker wegen der Verbote und Behinderungen in der Gestaltungssatzung keine Aufträge von investitionswilligen Hausbesitzern bekommen können.  Er verwies auch auf das Beispiel Marburg, dort habe man beschlossen, dass bei Neubauten regenerative Energien verpflichtend zu installieren seien.

Quelle: kanal8.de