Erstes Bürgerkraftwerk in Leipzig

Der Leipziger Verein Solar City ist einer der Organisatoren des neuen Bürgerkraftwerks. Noch bis Jahresende soll die erste Gemeinschaftssolarstromanlage mit einer Leistung von 30 Kilowatt in der Pleißestadt ans Netz gehen. Vereinsvorstand Bernd Genennig formuliert es drastisch: Beim Thema Solarstrom sei die Stadtverwaltung bisher eine «träge Masse». Und er erwarte nicht, dass sich daran in naher Zukunft etwas ändern werde. Deswegen sind Leipzigs Bürger jetzt selbst aktiv geworden.

Das erste Leipziger Bürgerkraftwerk mit 30 Kilowatt Leistung ist für eine Halbmillionenstadt wie Leipzig nicht gerade viel. Dresden, von der Sonne jährlich auch etwa mit 1.500 Stunden bedacht, ist bei dem Thema Bürgerkraftwerke um Längen voraus. Man liege aktuell bei 1.600 Kilowatt, erst im Juni habe man die jüngste Anlage auf dem Dach einer Schule installiert, berichtet der ehemalige Umweltbürgermeister Klaus Gaber. In der sächsischen Landeshauptstadt gibt es einen Gestattungsvertrag, der grundsätzlich die Dächer von Gebäuden für die Solarstromgewinnung zur Verfügung stellt. Sieben reine Gemeinschaftsanlagen gibt es in Dresden bereits, hinzu kommen zahlreiche Einzelanlagen, so zum Beispiel auf dem Dach des Hygienemuseums.

Schätzungsweise 330 sogenannte Bürgerkraftwerke gibt es mittlerweile in Deutschland, schätzt der Bundesverband Solarwirtschaft in Berlin. Jeder könne dadurch seinen Anteil zur Energiewende leisten, auch wenn er Mieter ist und kein eigenes Dach hat, sagt Verbandssprecher Sebastian Fasbender. Von solchen Verhältnissen ist man in Leipzig noch weit entfernt. 2004 habe es einen ersten Anlauf gegeben, auf dem Dach eines Gymnasiums eine Gemeinschaftssolaranlage zu errichten. Alle Vorbereitungen seien abgeschlossen gewesen, und dann habe die Stadtverwaltung plötzlich einen Rückzieher gemacht, sagt Genennig. Seitdem habe man keinen Versuch mehr unternommen, auf ein städtisches Dach eine Solaranlage zu bauen. Die Dachfläche für das erste Leipziger Bürgerkraftwerk stellt nicht die Stadt zur verfügung sondern die kommunale Wohnungsbaugesellschaft LWB. 450 Quadratmeter groß soll die Anlage auf dem Plattenbau werden, die Kosten werden auf 120 000 Euro geschätzt.

Merh Informationen: www.solarcity-leipzig.de