Elektro-Wärmepumpen: Vorsicht Falle!

Die Werbung für die Wärmepumpe leistet ganze Arbeit. Da gibt es zum Beispiel Plakatwände, auf denen ein großer Energieversorger erklärt: „Unsere Kunden heizen Ihre Füße mit der Erde“. Oder eine Szene aus dem Wärmepumpenzug, der im letzten Herbst durch die Lande fuhr: Darstellung von Wärmepumpen mit der Argument, dass Leistungen bis zu einer Arbeitszahl von 5,0 erzielt werden. Dazu eine Erklärung, was das für die unwissenden Interessenten bedeutet: „1 kW bezahlen, bis zu 5 kW ernten“. Dann das nächste Bild: Ein Helikopter mit Wärmepumpe am Haken im Anflug auf eine Bergstation in den Schweizer Alpen – Aussage: „Auch diese Luft- Wasser- Wärmepumpe läuft hervorragend“.

Für die Glorifizierung des Systems Wärmepumpe in der Werbung scheint es keine Grenzen zu geben. Mit absoluten Bestwerten, ohne allerdings die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen zu nennen. Schnell entsteht so der Eindruck, günstige Kosten bei gleichzeitig maximaler Schonung der Umwelt sei nur mit einer Wärmepumpe zu erreichen. Dabei werden Vergleiche mit Heizsystemen herangezogen, die mit Heizöl oder Erdgas betrieben werden, um die Überlegenheit in den Betriebskosten zu dokumentieren. Dass dies nur funktioniert, weil die Energieversorger ein Eigeninteresse daran haben und den Wärmepumpenstrom subventionieren, sagt niemand. Gegenüberstellungen mit anderen Systemen, beispielsweise mit einer Holzpelletsheizung, gibt es nicht, da die Wärmepumpe dabei meist nicht gut weg käme. Natürlich finden sich auch keine Vergleiche ökologischer Aspekte, da hier einige Wermutstropfen zu beklagen wären. Originalton Umweltbundesamt, Studie vom 13.04.2007: „Die bis 2030 zu erwartenden strukturellen Veränderungen in der Stromerzeugung reichen nicht aus, dass Wärmepumpen ihre technische Reife als umweltbezogenen Vorteil voll ausspielen können.“ Einzelheiten dazu sind in Grafik 2 zu erkennen.

Mit der Aufnahme der Wärmepumpen in das Förderprogramm der Bundesregierung sind die Zeiten der vollmundigen Werbe- und Beratungsaussagen nach dem Motto „Das prüft sowieso niemand“ vorbei. Jetzt wird jeder Wärmepumpen-Installateur in die Pflicht genommen und das nicht zu knapp. Nun muss er den Kopf für alle überzogenen Aussagen in Publikationen und Beratungsgesprächen hinhalten und hier gilt: Vorsicht Falle!

Im Marktanreizprogramm (MAP) für erneuerbare Energien der Bundesregierung, besser bekannt als Förderungen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), wurden bislang Wärmepumpen nicht gefördert. Grund war, dass der Strom in Deutschland keine regenerative Energie ist und somit ein Förderprogramm für erneuerbare Energien dafür nicht in Frage kam. Dazu sollte man wissen, dass elektrischer Strom entsprechend der Trendanalyse des Bundesumweltamtes in unserem Land zumindest bis ins Jahr 2030 nicht regenerativ sein wird. An der Produktionssituation von 65 % fossiler gegenüber 35 % CO2-freier Energie (regenerativ und nuklear) sowie am gemittelten Kraftwerks-Wirkungsgrad von ca. 34 % wird sich also auf lange Zeit nichts ändern.

Um ökologisch wenigstens mit einer normalen Standard-Öl- oder Gas-Brennwertanlage Schritt halten zu können, benötigt eine Wärmepumpe eine Mindest-Jahresarbeitszahl (JAZ) von ca. 2,7. Will sie das CO2-Nahziel der Bundesregierung erreichen, muss sie schon eine Mindest-JAZ von ca. 3,3 vorweisen. Darum bildet dieser Wert die Grundlage für die Förderbedingungen der BAFA. Es darf vermutet werden, dass die Wärmepumpenlobby (Hersteller und Energieversorger) massiven Druck aufgebaut hat, damit die Wärmepumpe nun als „regenerativ“ eingestuft und damit in die aktuelle Förderung aufgenommen werden konnte.

Weitere Informationen: www.waermepumpen.de

Quelle: ReSys AG – Kompetenzzentrum für regenerative Energien im solar info center Freiburg/ Grafik:Energieagtentur NRW

Ansprechpartner:
Herr Gerd Schallenmüller
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Telefon: 0761- 4011-441
Fax: 0761- 4011-442
Zuständigkeitsbereich: Vorstandsvorsitzender ReSys AG