Diebstahl von Solartechnik in Mecklenburg-Vorpommern nimmt zu

In Mecklenburg-Vorpommern wurden im Jahr 2009 bisher 16 Fälle des Diebstahls von Solarmodulen und Wechselrichter sowie 2 Diebstahlversuche mit einem Gesamtschaden von 830.750 € angezeigt. Dies ist eine Steigerung gegenüber dem Jahr 2008 um 100 % (8 Fälle mit einem Schaden von 11.000 €). Dabei ist der Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Neubrandenburg mit 9 Fällen am stärksten betroffen.Entwendet wurden hauptsächlich bereits auf den Dächern montierte Solarmodule, aber auch Module aus einem Solarpark. Des Weiteren wurden Solarmodule und Wechselrichter aus Lagerhallen gestohlen.Die häufigste Anlageform der Photovoltaikanlagen (landläufig auch Solarstromanlage) ist die Aufdachanlage. Aber auch in freiem Gelände werden Solarmodule in langen Reihen hintereinander platziert. Die Anschaffungskosten solcher Anlagen sind relativ hoch.

Bei den entwendeten Solarmodulen handelte es sich um Fabrikate verschiedener Hersteller. Diese sind durchaus mit Zubehör, das nicht vom selben Hersteller stammt, verbaubar. Befestigungen/Halterungen und Zuleitungen müssen somit durch den Täter nicht mit entwendet werden, da diese keine hohen Kosten darstellen. Im Allgemeinen haben Solarmodule ein Gewicht von je 16 bis 25 kg und eine Größe von ca. 1,3 x 1 x 0,05 m.  Aufgrund der Anzahl der jeweilig entwendeten Module und des Gewichtes ist von einer umfangreichen logistischen Vorbereitung der Taten und in der Regel auch von mehreren Tätern auszugehen.

Von den in 2009 festgestellten Diebstählen von Solarmodulen und Wechselrichter konnten lediglich bei 7 Sachverhalten polizeilich Fahndungsausschreibungen veranlasst werden. Bei den anderen Fällen konnten aufgrund von nichtvorhandenen Lieferscheinen keine Seriennummern durch die Geschädigten benannt werden.

In diesem Zusammenhang gibt das LKA MV folgende Präventionshinweise:

•Vor der Montage der Anlage sollte ein genauer Lageplan der Module und der dazugehörigen Serien- bzw.
Individualnummern angefertigt werden. Auch die Wechselrichter besitzen Seriennummern, die vom Eigentümer notiert
werden sollten.
•Zur Verhinderung des nahen Heranfahrens an die Anlage sollten die örtlichen Gegebenheiten
genutzt und wenn möglich mit mechanischen Durchfahrtsbarrieren ergänzt werden.
•Eine Umzäunung des Geländes schafft eine weitere Barriere, auf die nicht verzichtet werden sollte.
•Eine abschreckende Wirkung ist durch Bewegungsmelder kombiniert mit Beleuchtungsanlagen zu erzielen. Bei
größeren
Investitionen in Photovoltaikanlagen sollte der Einsatz einer Videoanlage erwogen werden.
•Für Solarmodule und im Freien installierte Wechselrichter bieten Firmen einfache Sicherungsmittel an, wie
Abrissmuttern,
die sich nur mit Spezialwerkzeug öffnen lassen.
•Der Fachhandel bietet elektronische Diebstahl-Sicherungssysteme für Solarmodule an.
•Zur Diebstahlabschreckung und Identifizierung entwendeter Solarmodule können besondere Kennzeichnungen
beitragen.
•Um einen differenzierten und sinnvollen Einsatz der o. g. Sicherungsmittel auf die konkrete Situation vor Ort zu
ermöglichen, sollte der kostenlose und individuelle Service der Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen in den
Polizeidirektionen des Landes genutzt werden.

Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern
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