Moderne Klimageräte kosten Energie und belasten das Klima. Dass der Sonne beim Kühlen eine zentrale Rolle zufallen kann, darauf weist die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hin. “Bisher erfolgt die Kälteerzeugung überwiegend durch elektrisch betriebene Kältemaschinen. Das führt regelmäßig zu hohen Lastspitzen an heißen Sommertagen. Durch solare Kühlung kann diese Situation entschärft werden”, sagt DBU-Pressesprecher Franz-Georg Elpers. Bisher hat die DBU bisher mit rund neun Millionen Euro über 50 Projekte zur Kühlung und Kälteerzeugung gefördert.
“Schon heute wird weltweit mehr Energie für die Kühlung als für die Wärmeerzeugung benötigt”, erklärt Elpers. Der Energiebedarf zur Kühlung in Gebäuden steige weiter. Gegenwärtig gehe die Internationale Energie-Agentur davon aus, dass der Energiebedarf für Gebäudekühlung etwa doppelt so schnell wachse wie der Gesamtenergiebedarf von Gebäuden. Deshalb hat die DBU diese Thematik zu einem ihrer Schwerpunkte gemacht.
Dass man Kälte aus Wärme erzeugen kann, beweisen die Phönix Sonnenwärme AG aus Berlin und das Institut für Luft- und Kältetechnik in Dresden. Sie haben in von der DBU geförderten Projekten die Leistungsfähigkeit spezieller Absorptionskältemaschinen in Feldtests nachgewiesen. “Die Projekte haben im Praxisbetrieb ihre Langzeittauglichkeit bewiesen”, sagt DBU-Energie-Experte Roland Digel. Es sei gelungen, 15 bis 20 Prozent der Sonnen- in Kälteenergie umzuwandeln.
Absorptionskältemaschinen nutzen einen thermischen anstelle eines mechanischen Kompressors. Ansonsten läuft der Prozess vergleichbar dem herkömmlicher Kompressionskältemaschinen. Im Kühlkreislauf verdampft ein Kältemittel bei niedriger Temperatur, nimmt dabei Wärme auf, wird verdichtet und kondensiert bei hoher Temperatur unter Wärmeabgabe. In Absorptionskältemaschinen kommen ausschließlich klimaunschädliche Kältemittel zum Einsatz.
Ebenfalls erfolgreich abgeschlossen worden ist ein Projekt der PSE AG in Freiburg. Sie hat einen neuartigen konzentrierenden Kollektor entwickelt, der Temperaturen von deutlich über 100 Grad Celsius bei hohem Wirkungsgrad erreicht und damit für den Betrieb von Absorptionskältemaschinen geeignet. “Er bietet mittelfristig die Chance, Systeme zur solarthermischen Kühlung zu den bisher üblichen elektrisch betriebenen Kompressionskältemaschinen wirtschaftlich konkurrenzfähig zu machen”, sagt Diegel.
Während des geförderten Projekts hat PSE ein Prototyp entwickelt, in Freiburg während einer Kühlperiode im Praxisbetrieb getestet und vermessen und so die Machbarkeit der Technologie nachgewiesen. “Die Betriebserfahrungen waren durchweg positiv. Drei Anlagen konnten in der Folge in Italien, Tunesien und Spanien realisiert werden.”
Weitere Informationen: www.dbu.de

